Philippinen Geschichte

Die Geschichte der Philippinen begann, als während der letzten Eiszeit vor mindestens 30.000 Jahren Landbrücken entstanden waren, die den ersten Menschen einen Weg zu den Inseln der heutigen Philippinen einrichtete.
Der erste nachweisliche Kontakt mit dem Westen war die Landung des portugiesischen Seefahrers und Weltumseglers in spanischen Diensten Ferdinand Magellan auf der Insel Homonhon süd- östlich der Insel Samar, die auf den 16. März 1521 datiert ist.
Er nannte die Inseln Islas de San Lázaro – Sankt-Lazarus-Inseln, da an diesem Tag das Fest zu Ehren des Heiligen Lazarus gefeiert wurde. Mit der Expedition von Miguel López de Legazpi wurden im Jahre 1565 die ersten ständigen spanischen Siedlungen auf den Inseln von Cebu gegründet.
Weitere Niederlassungen folgten, während sich die spanischen Kolonisten nordwärts bewegten und die Bucht von Manila auf der Insel Luzon erreichten. In und um Manila wurden in der Folge zahlreiche neue Ortschaften gegründet, die die Ära des spanischen Kolonialreiches einläuteten, das die Philippinen im Weiteren für mehr als drei Jahrhunderte regierte.
Die Spanier brachten viele kulturelle Elemente, Begriffe und Techniken der Westliche Welt in das Land, wie den Buchdruck, den Kalender und das Gesetzbuch. Sie errichteten Infrastrukturen, bauten Straßen, Brücken und Häfen, die dem Transport, sowie dem lokalen wie auch dem überregionalen Handel zugute kamen.
Katholische Missionare bekehrten die meisten einheimischen Bewohner zum Christentum und festigten die Grundlage, die diese Glaubensrichtung bis heute zu der maßgebenden Religion auf den Philippinen macht.
Die Einrichtung zahlreicher Akademien und medizinischer Institutionen, die von der Kirche gefördert wurde, half, die Philippinen im 19. Jahrhundert zu einem der aufstrebendsten Länder Asiens werden zu lassen. So ist zum Beispiel die University of Santo Tomas in Manila, von den Dominikanern im Jahre 1595 gegründet, die älteste Universität Asiens.

Mit der Cadiz Konstitution von 1812 wurden allen Filipinos die spanische Staatsbürgerschaft gewährt und im Jahre 1834 öffnete sich das Land dem weltweiten Handel.
1863 wurde der Bevölkerung ein öffentlicher freier Unterricht ermöglicht, eine Maßnahme, die den Aufbau einer gelehrten philippinischen Klasse unterstützte, die sich „Ilustrados“ („Gebildete“ = Bildungsbürger) nannten und die später die Philippinische Revolution unterstützte und maßgebend beeinflusste.
Die Philippinische Revolution gegen die spanische Kolonialmacht begann im April 1896 und gipfelte zwei Jahr später in der Erklärung der Unabhängigkeit und der Einrichtung der ersten Philippinischen Republik.
Indes übergab der Pariser Frieden nach Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges im Jahre 1898 die Kontrolle des Landes in die Verantwortung der Vereinigten Staaten von Amerika.
Eine Übereinkunft, die von der neu eingerichteten philippinischen Regierung nicht anerkannt wurde und am 2. Juni 1899 zur Kriegserklärung gegenüber den USA führte. Der Philippinisch-Amerikanische Krieg hatte dabei massive Verluste unter den einheimischen Kämpfern zur Folge.
Nachdem im Jahre 1901 der Führer der philippinischen Nationalisten, Emilio Aguinaldo, gefangen genommen war, erklärte die amerikanische Regierung 1902 den Konflikt offiziell für beendet.
Obwohl die meisten philippinischen Befehlshaber den amerikanischen Sieg akzeptierten, dauerten die Feindseligkeiten bis ins Jahr 1913 an. Die amerikanische Kolonialherrschaft über die Philippinen begann 1905 mit anfangs begrenzten innerpolitischen Rechten. Eine teilweise Autonomie ( manifestiert in einem Commonwealthstatus ) wurde den Filipinos ab 1935 gewährt.
Dies war ein bedeutender Schritt zu einer vollständigen Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten, der jedoch unterbrochen wurde, als während des Zweiten Weltkrieges das Japanische Kaiserreich das Land besetzte. Erst nach der Befreiung der Philippinen im Jahre 1945 konnte die Unabhängigkeit des Landes am 4. Juli 1946 offiziell in Kraft treten.
Mit einer viel versprechenden wirtschaftlichen Entwicklungsaus- sicht in den 1950ern und 1960ern, sahen sich die Philippinen in den später sechziger und den frühen siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit dem Anstieg studentischer Bewegungen und zivilen Unruhen konfrontiert, die sich gegen das korrupte Regime von Präsident Ferdinand Marcos richteten und ihm 1972 die Erklärung des Ausnahmezustand ermöglichte.
Obwohl die Marcos-Regierung für Menschenrechtsver- letzungen wie auch für ihre unübersehbare Korruption bekannt war, waren die Beziehungen zwischen den USA und Marcos so eng, dass die Unterstützung der diktatorischen Regierung durch die US-Regierung über Jahre aufrechterhalten wurde.

Der friedliche und unblutige Volksaufstand von 1986 (People Power Revolution) führte schließlich zur Absetzung Marcos, der daraufhin an Bord eines amerikanischen Militärhubschraubers nach Hawaii floh, wo er seine letzten Lebensjahre im Exil verbrachte.
Das Ende der Marcos-Diktatur führte das Land zurück in die Demokratie, dennoch ist die Politik des Inselstaates seither weiterhin durch Instabilität geprägt, die nicht zuletzt seine wirtschaftliche Produktivität behindert. Link: wikipedia
