Benigno Aquino III.

Benigno Simeon „Noynoy“ Cojuangco Aquino III. (* 8. Februar 1960 in Manila) ist Präsident der Philip- pinen. Er wurde bei der Wahl am 10. Mai 2010 zum neuen philippinischen Präsidenten gewählt und trat am 30. Juni 2010 sein Amt offiziell an.

Biografie

Benigno Aquino III. ist neben vier Töchtern der einzige Sohn der ehemaligen Präsidentin Corazon Aquino und des ermordeten vormaligen Senators Benigno Aquino, Jr. Noynoy Aquino studierte an der Ateneo de Manila Universität Wirtschaftswissenschaften und schloss die Ausbildung 1981 mit dem Hochschulab- schluss Bachelor of Arts ab.

Danach lebte er zunächst mit seiner Familie im US-amerikanischen Boston im Exil. Nach der Ermordung seines Vaters im August 1983 kehrte er auf die Philippinen zurück, war aber zunächst nicht politisch aktiv.

Im Februar 1986 wurde seine Mutter Corazon Aquino neue Präsidentin der Philippinen. Achtzehn Monate später, am 28. August 1987, geriet Noynoy Aquino bei einem Putschversuch des Rebellenführers Gregorio Honasan gegen seine Mutter in eine Schießerei und wurde dabei durch fünf Schüsse schwer verletzt.

Eine der Kugeln konnte nicht entfernt werden und steckt bis heute in seinem Hals. Ab Ende der 1990er Jahre trat auch Noynoy Aquino selbst dann politisch in Aktion. 1998 wurde er Mitglied der philippinischen Liberal Party und wurde im selben Jahr als Kongressabgeordneter ins Parlament gewählt, wo er bis 2007 im Repräsentantenhaus den 2. Distrikt der Provinz Tarlac vertrat.

Am 15. Mai 2007 wurde er dann in den Senat, das Oberhaus des philippinischen Parlaments, gewählt und gehört diesem bis heute an. Am 9. September 2009, 40 Tage nach dem Tod seiner Mutter Corazon Aqu- ino, gab er bekannt, bei den Präsidentschaftswahlen 2010 als Kandidat anzutreten.

Der ebenfalls der Liberal Party angehörende Senator Mar Roxas hatte zuvor seine eigene Kandidatur zu Gunsten Aquinos zurückgezogen. Die Auszählung der Stimmen der Präsidentschaftswahl vom 10. Mai 2010 wurde am 8. Juni 2010 offiziell abgeschlossen und Noynoy Aquino am 9. Juni vom Kongress als zukünftiger Präsident ausgerufen.

Mit über 15,2 Millionen Wählerstimmen errang er einen Vorsprung von etwa 5,7 Millionen Stimmen auf den zweitplatzierten Kandidaten Joseph Estrada. Die Vereidigung und Amtsübernahme als 15. Präsident der Philippinen erfolgte am 30. Juni 2010.

Noynoy Aquino ist ein Cousin zweiten Grades des Politikers Gilberto Teodoro, welcher bei den Präsident- schaftswahlen 2010 ebenfalls als Kandidat antrat. Die beiden sind jedoch Mitglieder verschiedener Par- teien. Link:wikipedia

Aquino verdankt sein Ansehen vor allem seinen legendären Eltern und seiner Skandalfreiheit. Der liberale Senator kam nach Auszählung von etwa 80 Prozent der Stimmen auf einen Anteil von mehr als 40 Pro- zent, wie die Wahlkommission mitteilte.

Dahinter rangiert mit deutlichem Abstand der frühere Präsident und Ex-Filmstar Joseph Estrada mit etwa 25 Prozent. Der drittplazierte Präsidentschaftskandidat, Senator und Baulöwe Manuel Villar, gestand seine Niederlage bereits ein und gratulierte Aquino.

Der Wahlkommission zufolge lag die Beteiligung bei 75 Prozent. Seine Beliebtheit verdankt der eher unauffällige Politiker Aquino vor allem seinen Eltern, der Ex-Präsidentin Corazon Aquino und ihrem während der Diktatur (1972-1986) ermordeten Mann Benigno.

Sie gelten beide als Ikonen der philippinischen Demokratiebewegung. Corazon Aquino hatte 1986 an der Spitze eines Volksaufstands den Diktator Ferdinand Marcos aus dem Amt gefegt. Benigno „Ninoy“ Aquino war einer der schärfsten Marcos-Widersacher und führte die Opposition aus dem Exil.

Er wurde 1983 bei der Rückkehr nach Manila von Marcos-Schergen am Flughafen erschossen. Auch in den neuen Aquino legen die Menschen große Hoffnungen: Benigno „Noynoy“ Aquino (50), der nie in einen Skandal verwickelt war, hat bereits angekündigt, die weitverbreitete Korruption zu bekämpfen.

Im Wahlkampf verkaufte sich "Noynoy" erfolgreich als das Gegenteil der unbeliebten Amtsinhaberin Gloria Macapagal-Arroyo. Über ihr und ihrer Familie hing jahrelang der Schatten von Wahlbetrug und Bereicher- ung.

Wie schon mehrmals in der Vergangenheit waren auch die jüngsten Wahlen von massiver Gewalt über- schattet. Während der Abstimmung kamen mindestens zehn Menschen ums Leben. In den letzten drei Monaten des Wahlkampfs wurden 38 Menschen getötet und mehrere Dutzend verletzt.

Zur Wahl standen nicht nur der Präsident, dessen Stellvertreter sowie das Parlament, sondern auch insgesamt 18.000 Vertreter in Provinzen, Kommunen und Städten. Dabei kam es zu schweren Behind- erungen durch die erstmals eingesetzten Wahlautomaten. Mehrere hundert Maschinen fielen zunächst aus, die Bürger mussten teilweise Stunden vor den Wahllokalen ausharren. Link: EPD/dpa/pb