Geschichte - Die Zeit nach Marcos

Gloria Macapagal Arroyo

Während der Präsidentschaft von Frau Aquino wird 1987 eine neue Verfassung ratifiziert, bei der die Philippinen zum Präsidialsystem zurückkehren. Frau Aquino hat mit zahlreichen Putschversuchen zu kämpfen, wird jedoch von ihrem Gene- ralstabschef Fidel V. Ramos gestützt, der 1992 als erster Protestant zum philip- pinischen Präsidenten gewählt wird.

1987 findet ein weiterer Versuch statt, den Moslemkonflikt zu lösen. Aufgrund des Vertrags von Jeddah wird 1989 die Autonomous Region in Muslim Mindanao gegründet, das entsprechende Referendum wird jedoch von militanten musli- mischen und christlichen Gruppen boykottiert. In dieser Zeit entsteht die Terror- gruppe Abu Sayyaf.

Zwischen dem 12. und 15. Juni 1991 ließ die Eruption des Vulkans Pinatubo auf der Insel Luzon für drei Monate die durchschnittliche Welttemperatur um 1,5° fallen. Der Temperaturrückgang wurde durch die große Menge an Asche und Staub, die in die Erdatmosphäre gestoßen wurden, verursacht. Dies war der weltweit stärkste Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts.

Dabei wurden auch die beiden wichtigsten philippinischen US-Stützpunkte Subic und Clark zu großen Teilen zerstört. Der philippinische Senat verweigerte daraufhin die 1992 fällige Verlängerung des Stütz- punktvertrages von 1947. Am 30. September 1992 erfolgte der Abzug der US-Truppen von ihren Stütz- punkten im Land, der angesichts der vulkanischen Katastrophe acht Monate zuvor begann.

Gloria Macapagal Arroyo

Am 2. September 1996 unterzeichneten die philippinische Regierung unter Präsident Fidel V. Ramos (1992–1998) und die auf Mindanao operierenden islamischen Sepa- ratisten des MNLF einen Friedensver- trag, der mit Hilfe der Organisation der Isla- mischen Konferenz und Libyen zustande kam. Nur Misuari wurde Gouverneur der Autonomous Region in Muslim Mindanao.

Die Moro Islamic Liberation Front (MILF) und die terroristischen Abu Sayyaf beteiligten sich jedoch nicht an diesem Friedensvertrag. Ein 1997 mit der MILF geschlossener Waffenstillstand zerbrach recht schnell. Am 1. Juni 1999 tritt die Visiting Forces Agreement (VFA) in Kraft, das den erneute Stationierung von US-Truppen auf philippinischem Boden zulässt.

Im November 1999 verübte die Neue Volksarmee (New People's Army, NPA) der maoistischen Komm- unistischen Partei zahlreiche Terrorakte auf der Insel Luzón. Auf ihr Konto gehen etwa 90.000 Menschen- leben. Präsident Joseph Estrada (1998–2001) startete im Jahre 2000 eine neue Offensive gegen die MILF und bekämpfte die Abu Sayyaf, die im gleichen Jahr etliche Entführungen vornahm.

Am 20. Januar 2001 wurde Präsident Estrada nach einem skandalösen Amtsenthebungsverfahren durch Unruhen gestürzt. Daraufhin wurde Gloria Macapagal Arroyo neue Präsidentin. 2002 wurde die NPA auf Betreiben der philippinischen Regierung durch die USA und im Anschluss daran durch die EU zu einer internationalen Terroristen-Organisation erklärt.

Es kommt im gleichen Jahr zu einem gemeinsamen Manöver philippinischer und US-Soldaten, bei denen US-Spezialeinheiten auf Basilan nahe Mindanao stationiert werden, um die terroristische Abu Sayyaf zu bekämpfen. Die Auseinandersetzung mit der MILF flammt auch wieder auf. Bis heute finden regelmäßige Manöver der US-Streitkräfte und der philippinischen Streitkräfte zur Bekämpfung terroristischer Organi- sationen statt.

Philippinen, Geschichte - Demokratie zur Kolonialzeit

Im Mai 2004 kann sich Gloria Macapagal Arroyo bei den Präsi- dentschaftswahlen knapp vor ihrem Gegenkandidaten Fern- ando Poe behaupten und wird für eine zweite Periode im Amt bestätigt.

Die Wahl fand bereits am 10. Mai 2004 statt, nach Unstimmig- keiten bei der Stimmenauszählung jedoch wurde das offizielle Ergebnis erst Ende Juni verkündet. Im Juni 2005 kam es zum sogenannten Hello-Garci-Skandal, bei dem Arroyo Wahlbetrug vorgeworfen wurde. Ein Amtsenthebungsverfahren scheiterte jedoch.

Im gleichen Jahr kommt es im Zusammenhang mit dem Mos- lemkonflikt zu etlichen Bombenanschlägen, insbesondere im Süden der Philippinen. 2005 kommt es am Valentinstag zu drei Bombenanschlägen, einen davon in Manila. Die Abu Sayyaf bekennen sich zu den Anschlägen und nennen sie ein "Valen- tinsgeschenk" für Präsidentin Arroyo. Im Jahr 2006 kommt zu

einem Bombenanschlag auf eine Fähre auf Jolo,zu der sich auch die Abu Sayyaf bekennen. Am 24. Februar 2006 kam es zu einem von der Regierung behaupteten Putschversuch durch Teile des Militärs. Über das Land wurde der Ausnahmezustand verhängt, regierungstreues Militär und andere Sicherheits- kräfte sicherten strategisch wichtige Orte.

Demonstrationszüge zum 20. Jahrestag von Marcos Sturz wurden verboten, Teile der Presse zensiert und stattfindende Demonstrationen von der Polizei gewaltsam aufgelöst. Am 3. März 2006 wurde der Aus- nahmezustand wieder aufgehoben.

Philippinen, Geschichte - Demokratie zur Kolonialzeit

In der Folge kommt es zu einem dramatischen Anstieg politisch motivierter Morde, vorwiegend an Mitgliedern linksorientierter Gruppen und Parteien, aber auch an Journalisten, kirchlichen Mitarbeitern und Pfarrern sowie engagierten Bürgern auf Gemeindeebene, mit mutmaß- licher Unterstützung oder Duldung durch Teile des Militärs oder anderer Sicherheitskräfte.

Von Januar bis Juli 2006 dokumentierte Amnesty Inter- national mindestens 51 dieser politischen Morde. Die philippinische Regierung steht wegen dieser Morde unter internationalem Druck.

Präsidentin Arroyo setzte eine Untersuchungskommission zur Aufklärung dieser Morde ein. Bis November 2006 wurden aber von dieser sogenannten Melo-Kommission keine Ergebnisse veröffentlicht. Link: wikipedia