Herkunftsländer und HIV / AIDS
Herkunftsländer und HIV / AIDS
Millionen Deutsche reisen pro Jahr nach Asien, Afrika oder Lateinamerika. Viele Touristen haben sexuelle Kontakte mit Personen,die sie erst im Rei- seland kennen gelernt haben. Häufig hatten sie Kontakte mit mehreren Partnerinnen bzw. Partnern. Sextouristen kommen aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen,überdurchschnittlich viele sind jedoch Singl- es.
Häufig handelt es sich um „ältere allein reisende Männer“,die den Sex schon vor der Reise geplant haben, vor allem Sex mit jungen Mädchen. Dabei spielen Macht, günstige Preise, aber auch stereotype Frauenbil- der eine Rolle. Heterosexuelle Sextouristen tendieren dazu, ihre sexuellen Beziehungen zu romantisieren. Sie geben sich der Vorstellung hin, dass das, worauf sie sich einlassen, keine Prostitution sei und sie den (meist) Frauen und Mädchen helfen würden. Dadurch wird jedoch auch das HIV-Risiko unterschätzt.
Weibliche Sextouristinnen haben ähnliche Motive, stellen jedoch nur einen geringen Anteil am Sextouris- mus, auch wenn dies durch das mediale Interesse häufig überschätzt wird. Sextouristen nehmen häufig eine ablehnende Haltung gegenüber Kondomen ein. Eine UNICEF Studie zu Sextourismus und sexueller Ausbeutung Minderjähriger in Kenia ergab, dass 35.5 Prozent aller sexuellen Kontakte ohne Kondome ausgeübt werden.
Homosexuelle Männer romantisieren ihre Kontakte weniger, nehmen den Prostitutionscharakter eher wahr und verwenden öfter Kondome. Auch unter den Touristen sind Menschen, die mit HIV/Aids leben. So reisen schätzungsweise 20 Prozent der ca. eine Million HIV-Infizierten in Nordamerika jedes Jahr ins Ausland. Manche Länder können aufgrund ihrer Einreisebestimmungen HIV-Infizierten die Einreise ver- weigern, so zum Beispiel die USA, die Russische Förderation, Süd-Korea, Saudi-Arabien, Moldawien oder China. Link: gtz

