HIV/AIDS und Tourismus
HIV/AIDS und Tourismus
In praktisch jeder Weltregion besteht ein HIV-Infektionsrisiko. Nach dem Statusbericht von UNAIDS und Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2006 lebten Ende 2006 zwischen 34.1-47.1 Millionen Menschen mit HIV auf der Welt, davon ca. 2.3 Millionen Kinder unter 15 Jahren. 48 Prozent der HIV positiven Erwachsenen sind Frauen. Ihr Anteil steigt stetig. Wechselnde Sexualpartner und steigende Mobilität begünstigen die weltweite Verbrei- tung von HIV/AIDS und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen.
Auch Touristen setzen sich Risiken wie Glücksspielen, Drogen oder Sex aus. Sexuelle Kontakte, kommer- ziell wie nicht kommerziell, sind in allen Reiseformen von Pauschal- bis zu Individualtourismus zu finden. Reisende, die Sex kaufen, tragen ein besonders hohes Risiko, sich zu infizieren, da HIV/AIDS in vielen Zielländern, die von Sextouristen besucht werden, stark verbreitet ist. Meist haben Sexarbeiterinnen be- sonders hohe Infektionsquoten, in Afrika bis zu 80 Prozent und in einigen Teilen Asiens bis zu 60 Prozent.
Das starke wirtschaftliche Gefälle zwischen Industrie und Entwicklungsländern unterstützt eine einseitige Ausbeutung von Ressourcen und Menschen im Tourismus. Hotels und andere touristische Einrichtungen in Entwicklungsländern verzeichnen häufig eine sehr hohe Fluktuation an Arbeitskräften. Saisonale Touristen aufkommen ziehen oft saisonale Migration, auch junger Mädchen, nach sich. Das für sie unbekannte Um- feld und fehlende soziale Netze tragen auch zu ihrer erhöhten Verletzlichkeit bei.
Gehälter fallen oft zu gering aus, um damit den Lebensunterhalt zu bestreiten. Insbesondere Beschäftigte im Unterhaltungsbereich oder Zimmerpersonal finanzieren sich und ihre Familien deshalb zusätzlich durch Sex mit Touristen. Stecken sie sich durch ungeschützten Sex bei infizierten Touristen an, wird das Virus oft anschließend auch innerhalb ihrer Familien verbreitet.Die Übertragung erfolgt also nicht nur von Tour- isten auf Einheimische und andere Reisende oder von Einheimischen auf ausländische Gäste, sondern breitet sich von touristischen Regionen auch in andere Landesteile aus. Link: gtz

