Diskussionen rund um die Todesstrafe auf den Philippinen

Auf den Philippinen streben einige Senatoren die Wiedereinführung der Todesstrafe an, da die Krimi- nalitätsrate bedenklich gestiegen ist. Philippinische Katholiken, einschließlich des Präsidenten Beniño Aquino stellen sich dagegen, wie AsiaNews berichtet.

Die katholischen Bischöfe des Inselstaates befürchten, dass Hinrichtungen gerade die sozial Schwächsten treffen werden. Eine Verbesserung des Rechtssystems sei davon gewiss nicht zu erwarten. Rodolfo Dia- mante von der Kommission für Gefängnisseelsorge der philippinischen Bischofskonferenz drängt auf eine langfristige Lösung.

Es wird Zeit, dass sie auf das Problem blicken, das Rechtssystem zu stärken, anstatt nach der Todes- strafe zu schielen", sagte er.

In einem der korruptesten Länder der Erde steigere die Wiedereinführung die Wahrscheinlichkeit nicht wiedergutzumachender Justizirrtümer. Solange die Strafverfolgung nicht verbessert werde, würden Ver- brecher immer wieder nach schweren Delikten entkommen können, betonte Diamante.

Im Jahr 1987, ein Jahr nach dem Sturz des ehemaligen Diktators Ferdinand Marcos, war die Todesstrafe abgeschafft worden.

In der Folge wurde sie mehrfach wieder eingeführt und nach einer Zeit aus dem Strafkatalog gestrichen, wie 2006 etwa durch die ehemalige Präsidentin Gloria Arroyo kurz vor ihrem Besuch bei Papst Benedikt XVI. in Rom.