Bontoc - Mountain Province
Sagada liegt auf einer Bergspitze weitab von öffentlichen Straßen in der Provinz Bontoc und nicht weit entfernt von Bontoc City. Die Einwohner „beerdigen“ ihre Toten, indem sie die Särge auf „Konsolen“ in Berg- wänden oder in Höhlen stellen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit einem sehr billigen, örtlichen Führer überall herum zu fahren. In der Nähe von Sagada liegt ein im- posanter Wasserfall mit einem „Pool“, in dem Sie nach allen Strapazen schwimmen können. Bei den Bergvölkern in der Bontoc und Ifugao Provinz Busfahrt mit Hindernissen könnte man unsere Fahrt von Baguio nach Bontoc bezeichnen. Wir hatten die Absicht, mit dem Bus um 9 Uhr
zu fahren. Dieser kam jedoch, ebenso wie der Bus eine Stunde später, bereits voll besetzt am Busbahnhof an. Deshalb beschlos- sen Sabine und ich, zusammen mit anderen Touristen und Einheimischen, die die Lautsprecherdurchsagen in Tagalog verstanden hatten, auf einen zusätzlich eingesetzten Bus zu warten.
Dieser kam auch wie versprochen, nur schaffte es der Bus nicht aus der Stadt hinaus. Wir wechselten den Bus und fuhren schließlich um 12 Uhr in Baguio ab. Ohne weitere Probleme schafften wir es über die landschaftlich imposante Gebirgsstrecke bis 40 km vor Bontoc. Da hatte unser Bus erneut eine Panne.
Infolge der holprigen Piste war das Schaltgestänge ausgeklinkt und musste zwangsläufig auf offener Strecke repariert werden. Da Ersatzteile benötigt wurden, machten sich Fahrer und Beifahrer auf den Weg, um diese zu besorgen. Um die längere Zwangspause gemütlicher zu gestalten, inzwischen war die Dämmerung hereingebrochen, wurde ein Feuer entfacht, aus der Nachbarschaft zwei Hühner besorgt, gerupft und gebraten, sowie diverse Alkoholika wie Gin, Whisky, Zuckerrohrwein ausgepackt, die dann die Runde machten.
Fünf Stunden dauerte es, bis das Gestänge wieder fixiert war. Für die verbliebenen ein Dutzend Fahrgäste wurde zur Stärkung bei einem Nachbarn Hühnerklein, Reis und der in dieser Region reichlich vorhandene Kohlsalat gereicht. Mittlerweile hatte ich einige meiner Mitreisenden näher kennen gelernt. Ein austra- lisches Paar auf dreiwöchiger Ferienreise unterwegs, die trotz ihrer knapp bemessenen Zeit diesen Zwischenfall guter Dinge auffassten.
Die Cordillera der Bergvölker Kalinga, Apayao, Kandanaey, Bontoc und andere ist eine sehr umkämpfte Region. Ein Stützpunkt der Cordillera People`s Democratic Front (CPDF), eine Mitgliedsorganisation der National Democratic Front (NDF), die nach eigenen Angaben die Hälfte der rund 1000 Dörfer in der Cordillera kontrolliert oder beeinflußt. Auch ein Frie- densabkommen mit der Cordillera People`s Liberation Army (CPLA),eine abgespaltene Fraktion, die von dem Priester Baldweg geführt wird, kann die Region nicht beruhigen, da die Mehrheitsfraktion CPDF den revoluti- onären Befreiungskampf fortsetzt.
Zentralistisch angelegte Entwicklungsprojekte für den "unterentwickelten" Norden hatten die Bewohner der Bergregion politisiert und die Widerstandsbewegung organisiert. Das größte Staudammvorhaben Asiens mit 140 000 ha war hier unter Marcos geplant worden. Der Chico-Stausee, der zahlreiche Dörfer mit insgesamt 100 000 Einwohnern überschwemmt hätte, könnte allerdings verhindert werden. Aus diesen Erfahrungen sind die Bergvölker gegenüber fremden Einmischungen sehr vorsichtig geworden. Auch gegenüber touristischen Erkundungen ihrer Region. Es empfiehit sich deshalb in Begleitung von Einheimlschen dort unterwegs zu sein, riet ein Community Worker.
Das Bontoc Museum, von einer belgischen Ordensschwester gegründet, zeigt die Lebensweise der Berg- völker Kalinga, Isneg, Apayao, Ifugäo, Ibaloi, Tingulan und Bontoc aus Sagada, Bontoc, Sadanga, Tuo- can, Mainit und anderen Dörfern mehr. Ihr Hausrat besteht aus Holzschalen, Flechtkörben, Tongefäßen, aber auch aus chinesischem Porzellan, das sie im Austausch gegen Silber, Kupfer und Gold erworben hatten.
Die Art der Kopfbedeckung, auch Geldbörse des Kalinga-Mannes zeigt an, ob er verheiratet ist. Eine schmucklose Kopfbedeckung bedeutet, er ist verheiratet, ein geschmückter Kopfputz bedeutet, er ist noch unverheiratet. Seine tätowierte Brust dokumentiert, er hat einen Feind getötet. Zwei über den Weg gekreuzte Pfeile zeigen bei den Bontoc an, sie wollen an ihren rituellen Feiertagen, z.B. Begräbnis, nicht gestört werden. Frauen tätowieren ihre Arme, um bei den Stammestänzen geschmückt zu sein.
In dem neben Bontoc geiegenen Dorf Samoki findet gerade eine Begräbnisfeier statt. Allle Bewohner des Dorfes haben sich auf dem zentralen Platz versammelt, wo sie beim Essen, Trinken und Schwatzen zusammensitzen.
Um dies näher betrachten zu können, müssten wir eine Erlaubnis einholen, was wir nicht tun. Tucucan, 7 km entlang des Chico River war mein Ziel am nächsten Tag. Dort sollte eine Igorotten-Brücke, eine Bambuskonstruktion, die von beiden Seiten wie ein Dach aufeinander zuläuft, zu sehen sein.
Doch diese Information war falsch,die Brücke ist inzwischen eingebrochen, ohne wiederaufgebaut worden zu sein. Um 7 Uhr morgens hängen die Wolken tief über Bontoc, und dieses Wetter ist nicht dazu angetan, heute zur Fahrt nach Banaue aufzubrechen. Stattdessen mache ich mich auf den Weg in das Bergdorf Malegcong, ein 10 km langer Fußmarsch, 2 Stunden Anstieg und 1 Stunde zurück, ein lohnender Tagesausflug zu den Reisterassen von Malegcong. @ pervan


