Massaker in Maguindanao 2009

Massaker in Maguindanao

Bei dem Massaker in Maguindanao am 23. November 2009 in der phi- lippinischen Provinz Maguindanao wurden mindestens 57 Zivilisten er- mordet. Die Opfer waren Anhänger und Angehörige des Politikers Is- mael Mangadadatu, die sich auf dem Weg zur Anmeldung zur Gouver- neurswahl in der Provinz Maguindanao im kommenden Mai befanden.

Unter den Opfern befanden sich auch mindestens 22 Journalisten. Laut der Organisation Reporter ohne Grenzen handelt es such um das größ-

te einzelne Massaker an Journalisten in der Geschichte. Mehrere Verdächtige wurden verhaftet, darunter auch Andal Ampatuan,Junior einer der Söhne des derzeitigen Gouverneurs Andal Ampatuan. Am 24. Nov- ember erklärte die Präsidentin der Philippinen, Gloria Macapagal Arroyo, den Notstand in Maguindanao, Sultan Kudatat und Cotabato. Laut einem Polizeisprecher sollen wegen des Vorfalls alle Polizeibeamten der Provinz entlassen werden. Laut dem Innenstaatssekretär Ronaldo Puno kam es zu Zusammenstößen mit örtlichen Milizen des Ampatuan-Clans und den Sicherheitskräften. Auch in der Stadt Datu Unsay kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

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Andal Ampatuan Jr. hat sich gestellt. Das Gesicht mit einem schwarz weiß gemusterten Schal verdeckt, klettert der "Mann fürs Grobe" des philippinischen Clans am Donnerstag in einen Militärhubschrauber. Be- gleitet von zwei weitern Helikoptern wird der etwa 40-jährige Sohn des gleichnamigen Clan-Chefs in die Hauptstadt Manila geflogen. "Es gibt keine Anklage", behauptet anschließend Norie Unas, offiziell der Ver- waltungschef der Provinz, eigentlich aber der Sprecher des Clans, "er hat sich ergeben, um bei den Ermittlungen zu helfen." Es ist die ge- schönte Version der Verhaftung des mutmaßlichen Drahtziehers des

schlimmsten politischen Massakers auf den Philippinen. 57 Tote wurden inzwischen gefunden - darunter auch mindestens 22 Reporter. Laut Reporter ohne Grenzen sind noch nie zuvor so viele Journalisten auf einmal umgebracht worden. Die meisten Opfer waren Frauen, zwei von ihnen hochschwanger. Sie waren gerade auf dem Weg, um einen Konkurrenten der Ampatuans für die Wahl im kommenden Jahr anzumelden, als sie ermordet wurden.

Massaker in Maguindanao

"Der Sohn hat uns befohlen, alle umzubringen, egal ob Frauen oder Kinder", sagte einer der gut 100 Täter einem Fernsehsender. "Wir führen Befehle aus, wir stellen keine Fragen." Mehrere Tage lang hatte die Täter den Opfern aufgelauert. Mit einem Bagger hatten sie schon die Gräber ausgehoben.

Sie vergewaltigten ihre Opfer erschossen sie oder hackten sie in Stü- cke. Dann verscharrten sie die Leichen. Andal Ampatuan Jr. gilt als Kronprinz des Clans und sollte die Schreckensherrschaft seines Vaters

fortsetzen. Damit er sich stellte, mussten die Offiziere der Regierungstruppen, die nach dem Massaker am Montag in die Südprovinz geschickt worden waren, überdeutlich wer- den. Sie drohten, den Familiensitz der Ampatuans zu stürmen. Sie entwaffneten 200 Leute der Privatmiliz des Clans und suspendierten mittlerweile die komplette Polizeiführung der Region. Zuvor war bereits der Ausnahmezustand verhängt worden. "Andal Jr. und seine Schergen haben schon bei der kleinsten Provokation Leute ermordet", berichtet ein lokaler Reporter.

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"Wir trauen uns schon seit Jahren nach 22 Uhr nicht mehr auf die Straße", sagt ein anderer Journalist, "wir wagen es nicht, fremden Kollegen zu helfen und wir mussten alles in den schönsten Farben ma- len. Andernfalls erhielten wir Besuch von Andal Jr." Der Clan blickt auf eine lange Kriegertradition zurück. Die islamische Familie kämpfte gegen spanische, amerikanische und japanische Invasoren. Nach dem Sturz des Diktators Ferdinand Marcos verwandelten sie die Provinz Maguindanao in ihr privates Feudaleigentum. Link: fr-online/wikipedia

 

 

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