Politische Organisation in den Sultanaten
Der dynastisch und territorial orientierte Typ islamischen Selbstverständnisses, der im mittelalterlichen Islam durchaus gängig war, entwickelte sich in Südostasien vor allem in den seit dem 13. Jahrhundert entstehenden Sultanaten. In den südlichen Philippinen gab es keine zentrale politische Autorität, die über alle islamisierten Ethnien herrschte. Es existierten vielmehr mehrere voneinander unabhängige Sultanate. Die ethnischen Tausug organisierten sich beispielsweise im Sultanat von Sulu, das sich circa auf das Jahr 1450 zurückdatieren lässt. Die Ethnie der Maguindanao wiederum verteilte sich auf mehrere Sultanate, von denen das Sultanat von Maguindanao und das Sultanat Buayan die einflussreichsten waren.
Die ethnischen Maranao organisierten sich hingegen nicht in Sultanaten, sondern im pat a pangampong, einer Konföderation vier unabhängiger Fürstentümer. Die Fürstentümer (Pangampong) wiederum setzten sich aus Hunderten Dorfgemeinschaften zusammen, denen jeweils ein lokaler Herrscher (Datu) vorstand. Die meisten der anderen – zahlenmäßig kleineren - islamisierten Ethnien besaßen keine unabhängige politische Existenz. So waren beispielsweise die Ethnien der Samal, der Yakan und der Badjao Unterge- bene des Sultans von Sulu. Link: universität berlin/asienhaus
