Hafenarbeit und Lampions
Den Vertriebenen stellte er die Segnungen der Privatisierung in Aussicht - ein Versprechen, das auch die derzeitige Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo in jeder zweiten Rede wiederholt. Aber was bringt das den bedrängten Menschen von Tondo? Norma, Resty und Vilma erzählen Geschichten.
Geschichten wie die über den Unternehmer Reghis Romero II, der mit der staatlichen Wohnungsbehörde NHA ab 1993 mehrere Verträge abschloss, um den Smokey Mountain zu sanieren, und versprach, erschwingliche Häuser für die Armen zu errichten und das Gebiet zu «entwickeln».
Aber erst 2004 konnten einige wenige Familien in rosa und cremefarben gestrichene Häuser einziehen, die von billigster Qualität sind und zudem auf giftigem Grund stehen. Reghis Romeros Firma R2 Builders hatte die Häuser auf nur planiertem, jedoch immer noch verseuchtem Grund gebaut. Und so werden die BewohnerInnen von beissenden Giftgasen gequält, die sie krank machen.
In anderen Bezirken von Tondo sind die Verhältnisse nicht besser. Im Viertel Barangay 105 leben beispielsweise 3500 Menschen in meist provisorischen Unterkünften. Sie strampeln sich - wie die meisten Tondo-BewohnerInnen - tagtäglich ab.
Sie betteln im Hafen um Tagelöhnerjobs, jobben als Dreiradtaxifahrer, schuften in ungesicherten Arbeitsverhältnissen, fertigen Besen, weben Putztücher, stellen in der Vorweihnachtszeit Lampions und Sterngirlanden her. Und die Frauen gehen auf den Strich. Oder arbeiten in den Sweatshops, den kleinen Fabriken, die von jeher in Tondo präsent sind. @ https://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Philippinen/manila.html
