Im Rausch erschossen

Es sei kein Wunder, sagt Jim Libiran, «dass den Jugendlichen fast alle Wege verbaut sind, dass kaum einer dem Teufelskreis aus Armut und Gewalt entrinnt». Libiran, einer der profiliertesten Filmemacher des Landes, hat vor kurzem unter abenteuerlichen Umständen den Film «Tribu» fertiggestellt.

Der Streifen - er wird an der Berlinale 2008 zu sehen sein - schildert das Leben der Jugendgangs in Tondo. Hier gibt es über hundert solcher Gangs, die sich «tribes» nennen und denen selbst Zehnjährige angehören - Kids, die häufig sterben, bevor sie jemals gelebt haben.

Die Gang bietet ihnen Geborgenheit, verlangt dafür aber auch vollen Einsatz, wenn es um Raub, um Schutzgelderpressung oder (je nach Geldgeber) darum geht, Streiks zu stören und zu sabotieren. Drogenkonsum und Klebstoffschnüffelei sind Teil ihrer Existenz. Manchmal werden auch zehn Jahre alte Kinder erschossen - von rivalisierenden Banden oder den sogenannten Ordnungskräften, die vielfach von Geschäftsleuten angeheuert werden.https://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Philippinen/manila.html