Neue Umsiedlungsprojekte
Es könnte noch schlimmer kommen. Derzeit planen Regierungsbehörden wie die Philippinische Hafenverwaltung PPA, die Wohnungsbehörde NHA und die Abteilung für Strassenbau und öffentliche Investitionen eine neue Vertreibung. Im Zuge der geplanten Privatisierung des Nordhafens soll Tondo modernisiert werden.
Dieses Vorhaben, so schätzt die Vereinigung zur Solidarität mit den Armen Kadamay, trifft in den nächsten Jahren über 140 000 Familien (rund 850 000 Menschen) - nicht nur in Tondo, sondern auch in den etwas nördlicher gelegenen Distrikten Navotas und Caloocan City.
Der Plan wird bereits umgesetzt. Aus dem Bezirk Barangay 110, sagt Resty, seien vor kurzem annähernd 1500 Familien vertrieben worden: «Nur wer sehr lange dort lebte, bekam von der Stadtverwaltung eine Entschädigung - gerade mal 15 000 Pesos.» Umgerechnet knapp 400 Franken. «Die Mehrheit aber ging leer aus.»
Die Massgaben des Manila North Harbor Modernization Projects MNHMP sind nicht nur in der Kompensationsfrage sehr vage. Es gibt auch keine klare Bestimmung, was mit den betroffenen Familien geschehen soll. Im Abschnitt 7.04 der Konzessionsvereinbarung für das MNHMP heisst es lediglich, dass der Eigentümer, also die demnächst private PPA, «in Absprache mit anderen Regierungsbehörden die Umsiedlung der Squatters auf eigene oder Regierungskosten übernimmt.»
Bei so vielen Unwägbarkeiten und dem üblichen Kompetenzgerangel müsse man vom Schlimmsten ausgehen, um das Beste zu hoffen. Sagt Resty Concepcion und geht zum nächsten Termin. Er hat noch viel zu tun. @ https://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Philippinen/manila.html
