Aufmarsch in Mindanao
Allerdings nahm Mindanao seit der Marcos-Herrschaft (1966–86) landesweit eine Sonderrolle ein als das Hauptaufmarschgebiet der Streitkräfte und der Polizei, um dort den muslimischen und kommunistischen Aufstand »auszumerzen«.
Und immerhin hatte die – in Personalunion – Oberbefehlshaberin der Streitkräfte und Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo höchstpersönlich Duterte im Jahre 2003 in den Stab ihrer Sicherheitsberater berufen und auf seine Expertise in Sachen Verbrechensbekämpfung gebaut. Ein Skandal, wie damals nationale Bürger- und Menschenrechtsorganisationen befanden.
Doch die seit Januar 2001 amtierende Präsidentin steckt dermaßen tief in einem Schlamassel von Skan- dalen, Korruptionsfällen und Wahlmanipulationen, daß die »Duterte-Affäre« nicht weiter ins Gewicht fiel. In Umfragen rangiert die machtbewußte Lady seit Monaten als meistgehaßtes Staatsoberhaupt seit dem Sturz von Diktator Ferdinand E. Marcos Ende Februar 1986.
Ihre Menschenrechtspolitik – vor allem die Praxis außergerichtlicher Hinrichtungen, das »Verschwinden- lassen« mißliebiger Oppositioneller und die unter Arroy gepflegte Kultur der Straffreiheit – geriet erst in den vergangenen beiden Jahren ins Visier internationaler Kritik. Unter anderen waren es der UN-Sonder- berichterstatter für außergerichtliche Hinrichtungen, Professor Philip Alston, sowie verschiedene Mensch- enrechtsorganisationen, die Arroyos Politik öffentlich anprangerten. @ https://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Philippinen/schwadronen.html
