Der Sheriff

Duterte war bereits Bürgermeister der Stadt von 1988 bis 1998, saß dann drei Jahre als Abgeordneter des 1. Distrikts von Davao City im philippinischen Parlament, um danach erneut unangefochten das ob- erste politische Amt in »seiner« Stadt auszuüben. Bis heute. Dutertes Markenzeichen: Er liebt markige Worte, denen er umgehend Taten folgen lassen will. Und: Er ist ein glühender Verfechter von »law and order«, ein manisch-repressiver Saubermann.

Mitarbeitern des philippinischen Zentrums für investigativen Journalismus vertraute Duterte bereits im Dezember 2002 in einem Gespräch sein Erfolgrezept an: »Zu Wahlzeiten sage ich den Leuten immer wieder klipp und klar: ›Wenn ihr einen Bürgermeister wollt, der keine Kriminellen tötet, dann sucht euch gefälligst einen anderen.‹ Nun: Ich wurde 1988 gewählt, 1992 wiedergewählt, 1995 im Amt bestätigt und 2001 aufs Neue gewählt. Die Leute akzeptieren mich. Das ist halt mein Erfolgsrezept

Bevorzugt läßt sich Duterte in den Medien mit einem Gewehr oder Kehrbesen abbilden, stets und überall und unermüdlich im Einsatz für das Wohlergehen der Stadt und deren Geschäftsleute. »Kriminelles Ge- sindel«, »herumlungernde Bettler und Straßenkinder«, läßt der Bürgermeister bei jeder sich bietenden Möglichkeit wissen, »verunstalten« das Stadtbild und »vermiesen« dem Busineß die Geschäfte. Um solche Verhältnisse zum Besseren zu wenden und Kriminalität in »seiner« Stadt einen Riegel vorzuschieben, habe Duterte das Wirken von Todesschwadronen gutgeheißen und selbst nichts unternommen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und dafür zu sorgen, daß sie in einem ordnungsgemäßen Gerichtsverfahren belangt wurden.

Es waren anfänglich nur wenige mutige Stimmen von sozialen Aktiviste lokaler  Menschen- und Bürger- rechtsorganisationen sowie von Lokalreportern zu vernehmen, die diesen Vorwurf erhoben, doch dafür die letzten Beweise schuldig blieben. https://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Philippinen/schwadronen.html