Hilfsprojekt - Philippinische Gefängniskinder

Philippinische Gefängniskinder

Auf den Philippinen fristen circa 20 000 Kinder, ohne Anklage und meist ohne jegliche Schuld, ihr klägliches Dasein im Gefängnis. Einige der Kinder sind erst 8 Jahre alt. Sie sind die Opfer eines fehlerhaften Rechtssystems. Die Kinder werden willkürlich von korrupten Polizisten aufgegriffen, ihre Eltern zur Zahlung einer Kaution gezwungen. Straßenkinder haben keine Chance wieder frei zu kommen. Ohne rechtskräftiges Urteil bleiben sie oft jahrelang

inhaftiert. Die Haftbedingungen sind unmenschlich: es gibt keine Toiletten und Waschgelegenheiten, die Kinder leiden durch die mangelnde Hygiene an Hautausschlägen und stecken sich mit TBC an. Sie sitzen mit älteren Kriminellen in einer Zelle und werden Opfer sexueller Übergriffe. Viele haben sich dadurch mit Aids infiziert. Die Verpflegung ist mehr als dürftig.

Mehr als 1,5 Millionen Kinder auf den Philippinen leben auf der Straße. Extreme Armut, häusliche Enge und überforderte Eltern sind sicher die häufigsten Gründe, warum Kinder sich für ein Leben ohne ihre Familie entscheiden.

Weil immer mehr Kinder von zu Hause weglaufen, griff die philippinische Regierung vor einigen Jahren zu drastischen Maßnahmen: Da in dem Inselstaat auch Kinder strafmündig sind, wurden immer mehr Straßenkinder verhaftet.

Innerhalb weniger Jahre füllten sich die Gefängnisse der Städte, die jüngsten Insassen waren gerade neun Jahre alt. Im Jahr 2007 wurde dann die Strafmündigkeit von neun auf 14 Jahre angehoben.

Viele Kinder, die wegen Kleinstdelikten im Gefängnis saßen, wurden von einem auf den anderen  Tag entlassen. Verwahrlost und orientierungslos, landeten sie erneut auf der Straße.

"Eingepfercht" - ein Wort, das in Deutschland allenfalls für Schweine oder Hühner Verwendung findet, ist für Kinder in Manila, der Hauptstadt der Philippinen grausame Wirklichkeit. Zu Dutzenden hocken Kinder in engen Gefängniszellen, ohne die Gliedmaßen richtig ausstrecken zu können, Schlafen ist wegen Platz- mangel nur abwechselnd möglich.

Nach Statistischen Angaben  werden etwa 20.000 Minderjährige unter menschenverachtenden Beding- ungen in den Gefängnissen festgehalten. Ihre "Verbrechen" reichen von "Unterschlagung einer Packung Kaugummi" bis zum "Diebstahl von einem Stück Draht" der auf einem Bürgersteig herumlag, oder sie sind einfach nur den Geschäftsleuten vor Ort lästig. 

Philippinisches Gefängnis

Viele dieser Kinder haben keine Familie die sie vermisst - keinen, der sich um sie kümmert. Um zu überleben stehlen sie Lebensmittel oder sie schnüffeln Klebstoff, um damit ihren Hunger und ihre Angst zu betäuben. 2006 wurde auf den Philippinen ein neues Gesetz verab- schiedet. Es besagt, dass Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren nicht mit Gefängnisstrafen belegt werden dürfen.

Bis dahin wurden Kinder bereits ab 9 Jahren inhaftiert und in der Haft mit erwachsenen Straftätern zusammengelegt. Dadurch waren sie Misshandlungen und sexuellem Missbrauch hilflos ausgeliefert.

Ein kleines 6-jähriges Mädchen mit einer Getränkedose in der Hand, klammert sich an die Gitterstäbe. Rosy ist ein Waisenkind, aufgewachsen bei der Großmutter, musste das Mädchen "Sampaguitas" (Blum- enketten) verkaufen und wurde wegen "Herumlungern" eingesperrt.

Genauso schlimm traf es die beiden Brüder Jhun und Boget, 11 und 12 Jahre alt. Sie waren wegen Miss- handlungen von zu Hause weggelaufen und versuchten mit dem Verkauf von Bonbons und Zigaretten zu überleben. Beim Schnüffeln von Klebstoff erwischt, landeten die beiden im Gefängnis.

Die Verabschiedung des Gesetzes sollte zwar diesen Kinder helfen und sie aus der Haft befreien, aber Minderjährige dürfen nur aus dem Gefängnis entlassen werden, wenn sie entweder in ihre Familie rein- tegriert, in staatlichen Rehabilitationszentren oder in Heimen aufgenommen werden.

Die staatlichen Rehabilitationszentren sind aber nichts anderes als gefängnisartige, vergitterte "Verwahr- anstalten" in den es den Kindern und Jugendlichen kaum besser geht als in den Gefängnissen.

Wenn sich die wirtschaftliche Versorgung der Familie verbessert, wird ein erneutes Abdriften der Kinder in die Kriminalität verhindert. Mit der Verpflichtung an Seminaren zur Haushaltsführung teilzunehmen, ist  beispielsweise finanzielle Hilfe in Form von Kleinkrediten verbunden.

Solche Krediten ermöglichen die Errichtung von kleinen Verkaufsständen, sogenannte "Sari-Sari-Stores". Um die Landflucht zu verhindern, werden Kleinbauern in Kursen mit organischen Mangoanbaumethoden vertraut gemacht.

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