Carabaos

Carabao (Filipino: kalabaw; Malaiisch: kerbau) ist ein Wasserbüffel (Bubalus bubalis)

Das Carabao (Filipino: kalabaw; Malaiisch: kerbau) ist eine der Haus- tierrassen des Wasserbüffels (Bubalus bubalis), wie sie auf den Philip- pinen, auf Guam und in verschiedenen Teilen Südostasiens zu finden ist. Carabaos sind typisch mit der Landwirtschaft verbunden, wo sie als Arbeitstier vor einen Pflug oder einen Karren gespannt und als Tragtier für den Transport vom Feld und zum Markt eingesetzt werden.

Der Name Carabao entstammt dem philippinischen Dialekt Cebuano und wurde offensichtlich dem Malaiischen entnommen. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Gewicht von 700 kg bis 800 kg und besitzen feine

lange graue oder schwarze Haare, die den gesamten Körper leicht bedecken. Sie haben einen Haarschopf auf der Stirn und auf der höchsten Stelle ihres Rückens. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Exemplare verfügen über massive Hörner, die vom Kopf weg nach hinten wachsen und so eine halbmond- förmige Sichel bilden. Das Carabao wird auf Guam als ein nationales Symbol angesehen.

Carabao (Filipino: kalabaw; Malaiisch: kerbau) ist ein Wasserbüffel (Bubalus bubalis)

Diese Wasserbüffelrasse wurde im späten 16. Jahrhundert durch die spanische Kolonialverwaltung Guams von den Philippinen importiert, um sie als Lasttier und als Transportmittel einzusetzen. Im Weiteren wurden sie in der Landwirtschaft verwendet und als Zugtier für die Carabao Carts (Carabaokarren) genutzt.

Bis in die späten 1960er Jahre waren Carabao-Rennen ein populärer Sport auf der Insel, der vor allem bei Festen stattfand. Heutzutage ist das Carabao ein Teil der alltäglichen Kultur in diesem amerikanischen Territorium. Ein Weihnachtslied mit dem Titel "Jungle Bells" (Dschung-

elglöckchen), gesungen zur Melodie von "Jingle Bells", beschreibt den Ritt auf einem Carabaokarren, an- stelle der Fahrt auf einem einspännigen Pferdeschlitten im Original. Carabaos werden oft zu Volksfesten und anderen Festlichkeiten eingesetzt, um dort für Kinder als Reittiere zu dienen.

Ihr Fleisch wird manchmal als Delikatesse verspeist, obwohl dies heutzutage nicht mehr üblich ist. Farb- enfroh angemalte Caraboafiguren aus Fiberglas sind an vielen Plätzen in der Hauptstadt Hagåtña, wie auch in anderen Orten, zum Beispiel dem Guam Premier Outlets in Tamuning zu sehen.

Carabao (Filipino: kalabaw; Malaiisch: kerbau) ist ein Wasserbüffel (Bubalus bubalis)

Während Carabaos in Guam vor 1900 mit einer Population von einigen Tausend ziemlich gewöhnlich und allgegenwärtig waren, sind sie heute in den meisten Teilen der Insel selten geworden. Die Ausnahme bildet das US-Navy-Magazin in der Ortschaft Santa Rita, wo Carabaos vor Jägern geschützt leben können, da die Basis von allen Seiten einge- zäunt ist.

Die Population des Carabaos in diesem Gebiet wuchs auf einige Hun- dert an, bis zu einem Punkt, an dem sie zu einer Plage wurden, da sie ihren Lebensraum schädigten und das Wasserreservoir der Basis ver-

schmutzen. Im Jahre 2003 startete die Navy ein kontrovers diskutiertes Vorhaben, indem sie ein Pro- gramm in die Wege leitete, das die Bestände dezimieren und auf ein erträgliches und kontrollierbares Maß verringern sollte. Dies führte zu schweren Protesten bei den Chamorro, einem Volksstamm, der auf Guam seit Jahrhunderten heimisch und dem Carabao eng verbunden ist. Das Carabao ist auf den Philippinen speziell für die Agrarwirtschaft von Bedeutung und gilt als das wichtigste Arbeitstier des Landes.

Carabao (Filipino: kalabaw; Malaiisch: kerbau) ist ein Wasserbüffel (Bubalus bubalis)

Gerade in den provinziellen Landstrichen, wo man sich keinen Traktor leisten kann und in hügeligem Terrain, in dem der Einsatz der Technik begrenzt ist, spielt das Carabao seine Vorteile bei der Feldarbeit aus.

Aber auch in der Forstwirtschaft ergeben sich zahlreiche Einsatzmög- lichkeiten, zum Beispiel um Holzstämme aus unwegsamen Gebieten heraus zu schaffen.

Eine altbewährte landwirtschaftliche Methode, genannt Payatak, benö- tigt den Einsatz von Carabaos und wird heute noch in Northern Samar

angewandt. Dabei wird der Ackerboden eines Reisfeldes zuerst mit Regenwasser oder umgeleiteten Was- serscheiden aufgeweicht, bevor der Bauer eine Gruppe Carabaos über die Fläche führt, um die Ackerflä- che solange betrampeln zu lassen, bis sie durchnässt genug ist, um die Reissetzlinge aufnehmen zu kön- nen.

Diese zeitraubende Methode liefert allerdings geringere Gewinne und bietet ein schlechteres Einkommen in Vergleich zu durchgängig bewässerten Feldern. In der Provinz Bulacan feiert man am 14. Mai das "Car- abao Festival". 

Carabao (Filipino: kalabaw; Malaiisch: kerbau) ist ein Wasserbüffel (Bubalus bubalis)

Die Bauern schmücken hierfür ihre Carabaos mit Blumengirlanden und bunten Bändern und führen sie dann in die Kirche, wo sie gesegnet werden, ehe sie in einer Parade durch die Ortschaft ziehen. Am zwei- ten Tag findet ein Rennern unter den Carabaos der Umgebung statt, obwohl die Tiere nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt sind.

Im Spätjahr 2007 begann das Philippine Carabao Center (PCC), das seinen Sitz in Nueva Ecija hat, mit einer Studie über die Zucht eines Wasserbüffels, der durch Genmanipulation zwischen 4 und 18 Liter

Milch pro Tag liefern können soll. Der Hauptteil der Finanzierung wurde von dem Ministerium für Wissen- schaft und Technik übernommen. Das Ziel sollte es sein, durch einen markierungsunterstützten Auswahl- prozess die besten Tiere direkt nach der Geburt herauszufiltern, um die Aufzucht auf lohnende Exemplare zu beschränken. Das Carabao ist heute unter anderem das Maskottchen des Philippine Daily Inquirer, einer großen philippinischen Tageszeitung und trägt den Namen Guyito. Link: wikipedia