Affen und die Schmetterlinge

Im tiefen Wald, in der Gegend von Agusan, lebten viele Affen und viele Schmetterlinge. Sie waren einander nicht im Wege, denn während die Affen die Früchte der im Walde wachsenden Bäume assen, tranken die Schmetter- linge den Nektar der Blumen. Doch eines Tages beschloss- en die Affen, die Schmetterlinge zu töten.
„Das ist unser Wald“, sagten sei. „Wir wollen keine Schmetterlinge um uns haben.“ So nahmen sie Stöcke und gingen auf eine Lichtung, wo die Schmetterlinge von Blume zu Blume flogen. Es gab da weisse und schwarze Schmetterlinge. Es gab dort rote, gelbe und rötliche und andere farbenreiche Schmetterlinge.
Ein schönes Bild, die mit Blumen besäte Wiese, und zwischen den Blumen flogen bunte Schmetterlinge. Die Affen stürzten auf die Schmetterlinge zu und begannen nach ihnen mit Stöcken zu schlagen.
Die Schmetterlinge fielen leblos nieder, einer nach dem anderen, bis schliesslich auf der Wiese nur ein einziger Schmetterling übrigblieb. Der letzte Schmetterling rettete sich auf den obersten Baumwipfel, wo ihn die Affen nicht erreichen konnten. „Was haben wir getan, dass die Affen so über uns erzürnten ?“ grübelte er.
„Nie haben wir ihnen etwas genommen, nie haben wir miteinander gestritten. Wir haben nur süssen Nektar aus den Blumen getrunken. Wenn niemand da sein wird, um zu trinken, werden die Blumen keine Samen haben, ohne Samen wird es keine Wiesen und keinen Wald geben.“ Der Schmetterling wurde ärgerlich.
„Ich werde den Tod meiner Gefährten rächen !“ dachte er, er flog hinab und huschte an den Affen vorbei. Die Affen bemerkten ihn. „Das ist der letzte Schmetterling. Wir wollen ihn töten“, riefen sie. Versuchten, ihn mit ihren Stöcken zu erreichen und riefen ihm zu:

„Komm näher wir wollen dir eine tüchtige Lehre erteilen ! “
Zu ihrer Überraschung kam der Schmetterling wirklich ganz nahe heran. Er flog an ihnen vorbei und liess sich bequem auf der Stirn des grösseren Affen nieder.
„Tötet mich, wenn ihr wollt !“ rief er.
Die Affen schlugen mit den Stöcken zu, doch als sie sich umsahen, stellten sie fest, dass der Schmetterling schon auf dem Kopf des zweitgrössten Affen sass. Erneut schlugen sie mit den Stöcken zu, doch der Schmetterling entkam wieder und liess sich auf dem Kopf des drittgrössten Affen nieder. So ging es weiter.
Der Schmetterling flog von einem Affenkopf zum anderen, und die Schlägerei nahm die Affen so ge- fangen, dass sie nicht einmal bemerkten, wie sich ihre Zahl verringerte. Nur der Schmetterling sah, dass jeder Affe, auf dessen Kopf er sich setze, durch die Schläge der anderen getötet wurde.
„Erschlagt mich wenn ihr könnt !“ forderte er sie auf, und die Zahl der erschlagenen Affen wuchs.
Schliesslich blieb ein einziger Affe übrig. Er stand auf einem Felsen und atmete schwer. Der Schmetterling liess sich auf ein Blatt nieder und sagte zu ihm: „Ich bitte dich, leg den Stock weg.
Ich möchte mit dir in aller Ruhe reden.“ Der Affe liess den Stock sinken und sprach: „Was willst du ?“ „Wie du siehst“, erwiderte der Schmetterling, „bist du der letzte Affe in diesem Wald.
Ich meinerseits bin der letzte Schmetterling.“ Der Affe stimmte ihm zu. „Wir Schmetterlinge haben euch Affen nie etwas getan“, fuhr der Schmetterling fort. „
Wir sind weder wie die Moskitos, die stechen,noch wie die Flöhe die euch Tag und Nacht beissen. Wir trinken nur den Nektar der Blumen, und das stört doch niemanden.

Doch wenn wird den Blütenstaub nicht von eine Blume auf die andere übertragen, werden keinerlei Samen wachsen, und wenn es keine Samen gibt, wird es auch keine Früchte geben, und ihr Affen werdet keine Nahrung haben.“
„Und was wollen wir deiner Ansicht noch tun ?“ fragte der Affe. „Wir sollten übereinkommen, dass wir einander in Ruhe lassen“, erwiderte der Schmetterling.
„Du isst auch künftig wie bisher deine Früchte der Bäume, mir und meinen Kindern gestatte, den Nektar der Blumen zu trinken. “ Der Affe stimmte zu, und seither lebten er und der Schmetterling in Frieden miteinander. @ aus dem Netz
