Erzählungen aus den Philippinen - Wie die Philippinen entstanden sein sollen
Die Philippinen mit Ihren 7107 schönen Inseln !
Satire & Mytos :
1.) Erzählungen aus den Philippinen - Wie die Philippinen entstanden sein sollen

Als Gott Erde, Himmel und Meer geschaffen hatte, sandte er einen Boten zur Erde, den blauen Vogel Tigmamanukin.
Sicher wisst ihr, wie weit der Himmel von uns entfernt ist und wie gross das Meer ist, also wurde Tigmamanukin vom Fliegen müde. Er suchte sich ein Ruheplätzchen.
Er senkt sich vom Himmel herab und flog so dicht über dem Wasser dahin, dass die Wesen der Meere in Zorn gerieten.
Sie schleuderten das Wasser hoch in den Himmel, das Meer warf hohe Wellen. Die bösen Geister des Himmels sahen das und fühlten sich gestört. Es gab einen fürchterlichen Streit zwischen ihnen.
Die Wasserwesen donnerten den Geistern Wogen ins Gesicht und die Geister stürzten Meteoriten und Felsbrocken ins Meer. Als sie sich beruhigt hatten, fand der blaue Vogel ein Gewimmel von Inseln vor. Die Inselgruppe der Philippinen war entstanden.
Einige Wochen später sass Tigmamanukin auf einem Bambus, auf der grössten Insel, die den Namen Luzon erhielt. Er hörte seltsame Geräusche und sah Bewegungen im Innern des Bambus Stammes. Seine Aufmerksamkeit war mit unwiderstehlicher Gewalt geweckt und es zog ihn an.
Entschlossen und neugierig klopfte der Vogel mit seinem Schnabel an den Stamm, dieser spaltete und öffnete sich. Die beiden Hälften des Bambusses bildete eine Art Wiege, und darin sah der Vogel zu seinem grössten Erstaunen einen Mann und eine Frau, die zum Leben erwachten. Der Mann sah die Frau und rief: „Ba“, ein Ausruf für Schönheit dieser Frau.

Daraus wurde in der Tagalog – Sprache der Name seiner Gefährtin gebildet: Babae, die Frau. Die Frau wollte dem Mann sagen, das er sehr stark ist, deshalb rief sie: „La“. Davon leitet sich der Name des Mannes ab: Lalaye.
Die beiden erlebten die Natur nahe und erkannten ihren Nutzen und die Vielfältigkeit. Deshalb riefen sie: „Ha“. Daraus bildete sich ein Band zwischen Mann und Frau und in der Mitte war Gott. Die Philip- pinen nennen ihn deshalb in der Tagalog – Sprache: “Ba-Tha-La“, das höchste Wesen im Volksglauben der Philippinen.
Aber Gott und der Vogel verzweifelten daran, dass die Geschöpfe eine gewisse Furcht voreinander hatten. Also schickte Gott ein Erdbeben und die Geschöpfe kauerten nebeneinander und umarmten sich. Einige Monate später gebar die Frau viele Kinder. So entstand das philippinische Volk.
Von den ersten Menschen
Tuglay und Tuglibon, zwei machtvolle Wesen, haben die Welt erschaffen. Eines Tages sprach Tuglay zu Tuglibon: „Liebe Frau, vielleicht wäre es besser, wenn es auf der Welt Menschen gäbe“.
„In der Tat wäre es besser“, antwortete Tuglibon. „Wenigsten wäre dann jemand da, der sich dieser schönen Welt, neuen Welt, erfreuen könnte. Lass uns einen Mann und eine Frau formen, die den blauen Himmel und das weite Meer lieben werden. Lass uns Menschen erschaffen, die die Blumen in den Tälern und die Wolken über den Bergen mögen.“
„So nahm Tuglay ein wenig Maismehl, vermischte es mit Wasser und formte daraus menschliche Gestalten. Dann bedeckte er sie mit Schuppen und hauchte ihnen Leben ein. Als sich die erschaffenen Wesen auf die Beine stellten, waren sie sehr schwerfällig, denn Tuglay hatte vergessen, ihnen Gelenke zu machen.
Sie hatten steife Arme und Beine, und beim Gehen stolperten sie. Sie besassen ausserdem zu kleine Augen, versteckte Ohren und kaum sichtbare Nasen. Mit den steifen Fingern konnten sie nichts festhalten, und weil Schuppen ihre Körper bedeckten, schienen sie eher Kriechtieren ähnlich zu sein als Menschen.“ „Die Menschen, die du erschaffen hast, gefallen mir nicht“, sagte Tuglibon. „Versuche doch, andere zu machen !“

Aber Tuglay war mit ihnen zufrieden. „Ich glaube, es fehlt ihnen nichts“, erwiderte er seiner Frau. Aber je länger Tuglibon die Menschen ansah, desto weniger gefielen sie ihr.
„Wie wird die Welt aussehen, wenn sie von solchen hässlichen Wesen bevölkert wird ? fragte sie.
„ Ich will, dass die Menschen anmutig einhergehen und dass sie nicht wie irgendwelche Schlangen mit Schuppen bedeckt sind.“
„Diese zwei gehören mir“, erwiderte Tuglay kühl, „ich werde sie nicht verändern. “Tuglibon widersprach ihrem Mann nicht mehr, aber es verdross sie sehr, als sie sah, wie unbeholfen die beiden waren.
Schliesslich, als sie nicht mehr wusste, was sie Klügeres ersinnen könnte, schleuderte sie ihrem Mann eine Handvoll Maismehl in die Augen.
„Jetzt wird er mich nicht bei der Arbeit sehen“, dachte sie bei sich. Schnell machte sie aus Mehl einen Teig und begann daraus menschliche Gestalten zu formen.Zwischen den Knochen machte sie ihnen Gelenke, sie setze ihnen Augen ein, formte ihnen schöne Ohren, machte ihnen grössere Nasen und einen schönen Mund.
Sie glättete ihre Haut, damit sie zart und geschmeidig sei, und nur an den Fingerspitzen liess sie Schuppen. Schließlich gab sie jedem noch ein grösseres Herz, um einander lieben zu können, und hauchte ihnen Leben ein.
Als Tuglibon ihre Arbeit beendet hatte, wusch sie von Tuglays Augen das Maismehl ab. Tuglay ärgerte sich sehr, als er feststellte, was seine Frau getan hatte. Aber als er den Mann und die Frau näher betrachtete, überzeugte er sich, dass sie in der Tat viel schöner waren als seine Schöpfung. „Ich bin froh, dass du sie erschaffen hast“, sprach er. „

Sie und ihre Kinder werden auf dieser Welt herrschen.“ „Sie werden das Schöne lieben und das Böse meiden“, setzte Tuglibon hinzu.
„Sie werden am Gesang der Vögel ihre Freude haben, sie werden ihre Körper in kühlen Quellen und Flüssen wasch- en.
Sie werden sich lieben; und wenn sie am Tag die Sonne und in der Nacht den Mond und die Sterne schauen, wer- den sie auch uns lieben; denn wir haben sie erschaffen.“
Als Tuglibon ihre Rede beendet hatte, schaute sie Tuglay an, und beide lächelten dem ersten Mann und der ersten Frau zu. Diese wurden die Ahnen der Menschen, die jetzt die Erde bevölkern. Link: maka-tao/W. Dausien
- ENDE DER ERZÄHLUNG -
