Einleitung Philippinische Geschichte

Das Süd-Chinesische Meer trennt die Inselgruppe von Vietnam im Westen, die Celebessee von Indonesien im Süden. Der Archipel, der sich von 5° bis 21° nördlicher Breite und von 117° bis 126° östlicher Länge erstreckt, bildet den fünftgrößten Inselstaat der Welt nach Indonesien, Madagaskar, Papua-Neuguinea und Japan.
Im Kern sind die Inseln die Spitzen über den Meeresspiegel aufragender submariner Gebirgsketten an der Grenze zweier Kontinentalplatten, der Philippinischen und der Eurasischen. Großräumig gesehen sind die Philippinen Teil des Pazifischen Feuerrings mit Erdbeben und Vulkanismus als häufigen Begleiterschein- ungen dieser Lage an der Plattengrenze.
Es gibt derzeit etwa 20 aktive Vulkane, von denen der Pinatubo und der Mayon, beide auf Luzon gelegen – in den letzten Jahren besondere Aktivität zeigten. Die höchste Erhebung der Philippinen ist der Mount Apo. Östlich der Inselgruppe verläuft der Philippinengraben, mit einer Tiefe von bis zu 10.540 m einer der größten Tiefseegräben der Erde.
Als Folge von Seebeben können riesige Flutwellen, die Tsunamis, entstehen. Die ersten Siedler kamen vor über 250.000 Jahren über eine heute nicht mehr existierende Landbrücke vom Malaiischen Archipel. Vor etwa 25.000 Jahren kamen Negritos und etwa vor 10.000 Jahren ein mongolides Volk.
Bis ca. 2000 v. Chr. wanderten Völker aus dem heutigen China und Vietnam ein. Kurz darauf wurde wahrscheinlich die vermutete Landbrücke zerstört. Die einzelnen Volksgruppen vermischten sich über die Jahrhunderte und die unterschiedlichen Kulturen verschmolzen zu einer philippinischen Kultur.
Im 12. Jahrhundert wurden die Philippinen vom Königreich Srivijaya auf Sumatra annektiert. Der Islam breitete sich darauf hin im südlichen Teil der Philippinen aus. Am 16. März 1521 "entdeckte" der portu- giesische Seefahrer Fernãode Magalhães bei seiner Weltumseglung die Philippinen.

Er versuchte den Einheimischen das Christentum und die spanische Herrschaft (in dessen Dienste er stand) aufzu- zwingen, wurde aber von dem einheimischen Herrscher Lapu-Lapu auf der Insel Mactan getötet. 1542 wurden die Inseln zu Ehren des Königs Philipp II Philippinen genannt.
Nach und nach konnten aber die Spanier auf den philip- pinischen Inseln ihre Herrschaft doch ausdehnen. Zwar haben die Portugiesen Teile der Inseln auch in Anspruch nehmen können, doch 1580, als Philipp II auch König von Portugal wurde, waren die Streitigkeiten beendet.
Seit 1564 fand unter Miguel López de Legazpi eine Expe- dition statt. Es kamen verschiedene katholische Ordens- gemeinschaften, wie Augustiner, Dominikaner, Franzis- kaner und Jesuiten, die die Bevölkerung recht schnell be- kehrte. Die spanische Herrschaft auf den Philippinen wur- de mehrmals von andren euro- päischen Nationen be- droht, konnte jedoch immer erfolgreich abgewendet wer- den.
Erst 1891 entwickelten sich einige Gruppen, die die Unab- hängigkeit des Landes wollten. Der friedliche José Rizal wurde dafür am 30. Dezember 1896 hingerichtet. Die wesentlich radikalere Bewegung Kati- punan ("Vereini- gung") wollte die Unabhängigkeit durch Waffengewalt erzwingen.
Jedoch musste der Rebellenführer Emilio Aguinaldo die erfolglos gewordenen Aufstände Anfang 1897 durch den Pakt von Biacnabató beenden und ins Exil auswandern. Während des Spanisch-Amerikanischen Krieg zerstörte die amerikanische Marine am 1. Mai 1898 die spanische Flotte vor den Küsten der Philippinen.
Spanien trat das ganze Land an die Amerikaner für 20 Millionen US-Dollar ab. Aguinaldo kehrte zurück und proklamierte die Unabhängigkeit der Philippinen und bildete eine provisorische Regierung in Malolos auf Luzon. Die amerikanische Militärregierung wurde nicht anerkannt und so wuchsen die Auseinander- setzungen.
1902 wurde die Militärregierung durch eine Zivilverwaltung ersetzt, und am 4. Juli 1902 wurde William Howard Taft, später Präsident der USA, zum ersten zivilen Gouverneur ernannt. Es wurde eine Verfassung gegründet und ein Parlament gebildet.
Als 1932 Roosevelt zum Präsidenten in den USA gewählt wurde, änderte sich die Haltung gegenüber die Philippinen und es wurde ihnen mehr Selbstverwaltung zu gesprochen. Am 15. November 1935 wurde offiziell ein Commonwealth mit Quezon als erstem Präsidenten ins Leben gerufen. Quezon wurde 1941 wieder gewählt.
Im 2. Weltkrieg, am 7. Dezember 1941 griff die japanische Luftwaffe die Philippinen an und besetzte die Inseln. Erst am 20. Oktober 1944 kehrten die Amerikaner unter Leitung von General Douglas Mac Arthur auf die Philippinen zurück. Am 2. September 1945 kapitulierten die Japaner offiziell.

Wie im Vertrag von 1934 zwischen Roosevelt und Quezon vereinbart, wurde am 4. Juli 1946 die Republik der Philip- pinen proklamiert. Die Nachkriegspolitik der Philippinen ist jedoch weiterhin von der engen Zusammenarbeit mit den USA geprägt. Bis 1957 sorgten verschiedene Gegenregier- ungen (u.a. die kommunistische Huk-Rebellion) noch für innerpolitische Konflikte. Ab 1960 gab es ein sehr rasches Wirtschaftswachstum, das zu größerem Wohlstand führte. 1965 wurde Ferdinand Edralin Marcos zum Regierungschef gewählt. Dem Land ging es zunächst weiterhin besser, so dass er 1969 wieder gewählt wurde.
Wegen seiner Unterstützung der amerikanischen Vietnampolitik, wurde das Land teilweise durch Unruhen erschüttert. Auch die Muslime sorgten im Süden für Unruhe und führten einen Guerillakrieg. Marcos reagierte gegen die steigenden ethnischen und religiösen Probleme mit dem Kriegsrecht,löste das Parlament auf und ließ die Opposition verhaften. Er erließ eine neue, auf ihn zugeschnittene Verfassung und ermöglichte sich so eine diktatorische Macht.
Er setzte die Wahlen auf unbestimmte Zeit aus. In den nächsten Jahren wuchs der Widerstand der Bevölkerung und mehrere Guerillagruppen verübten immer wieder Bombenanschläge. 1981 hob er auf großen Druck zwar das Kriegsrecht auf und ließ Wahlen zu, wurde jedoch auf dubiöse Weise wieder gewählt.
Ebenso starb auf mysteriöser Weise der Oppositionsführer Benigno Aquino. Bei den nächsten Wahlen im Jahre 1986 erklärten sich Marcos und Corazon Aquino, die Witwe von Benigno Aquino, zum Sieger der Wahlen. Die Volksmassen gerieten dabei so sehr in Aufruhr (EDSA Revolution), dass Marcos aus dem Land fliehen musste.
So wurde Corazon Aquino neue Staatspräsidentin, die jedoch durch mehrere Putschversuche und dem Druck der Marcos Anhänger und den muslimischen Rebellen fortlaufend bedroht wurde. 1992 verzichtete sie auf eine weitere Kandidatur und unterstütze ihren Verteidigungsminister Fidel Valdez Ramos, der als Sieger aus den Wahlen hervorging.

Fidel Ramos bemühte sich um innere Einheit und schloss 1994 einen Waffen- stillstand mit den muslimischen Rebellen. Die Generäle der Militärputschver- suche wurden bestraft und Verhandlungen mit dem kommunistischen Gueril- lakämpfern wurden aufgenommen.
Die Wirtschaft blühte auf und dem Land schien es wieder gut zu gehen. Eine zweite Amtszeit war nach der Verfassung nicht möglich. Im März 1997 wurde Joseph Ejercito Estrada gewählt, der schon am 20. Januar 2001 nach massiv- en Protesten von seinem Amt zurück trat.
Ihm wurde u.a. Korruption und Misswirtschaft vorgeworfen. Noch am selben Tag wurde die bisherige Vizepräsidentin Gloria Macapagal Arroyo als neues Staatsoberhaupt der Philippinen vereidigt. Link: haranang
