Leonard Wood

Leonard Wood (* 9. Oktober 1860 in Winchester, New Hampshire; † 7. August 1927 in Boston) war ein Major General der US Army und von 1910 bis 1914 Chief of Staff of the Army und später Generalgouver- neur der Philippinen.

Studium und militärische Laufbahn

Nach dem Abschluss des Medizinstudiums und der Promotion zum Doktor der Medizin (M.D.) 1884 an der Harvard Medical School arbeitete er zunächst als Internist am Boston City Hospital. Im Jahr 1885 trat er als Arzt der Armee bei und nahm 1886 als stellvertretender Feldarzt am Feldzug gegen den Häuptling der Apachen, Geronimo, teil.

Für seine dortigen Leistungen wurde ihm 1898 die „Medal of Honor“ verliehen. Anschließend folgten weitere militärische Verwendungen. Von 1895 bis 1898 war er Leibarzt der US-Präsi- denten Grover Cleveland und William McKinley. Zu diesem Zeitpunkt entwickelte sich eine Freundschaft zu dem da- maligen stellvertretenden Marineminister und späteren Präsidenten Theodore Roosevelt.

Spanisch- Amerikanischer Krieg, Kuba und Philippinen

Leonard Wood

Zusammen mit Roosevelt gründete er nach Ausbruch des Spanisch-Amerikan- ischen Krieges im gleichen Jahr das 1. Kavallerieregiment „Rough Riders“, das sich aus Freiwilligen zusammensetzte. Als Regimentskommandeur war Wood so erfolgreich, dass er nach der Erkrankung des Brigadekommandeurs zum Briga- degeneral der Freiwilligenarmee und Kommandeur der 2. Brigade der Kavall- eriedivision des V. Korps befördert wurde.

Von 1898 bis 1899 war er erst Militärgouverneur von Santiago de Cuba und anschließend bis 1902 Militärgouverneur von Kuba. Während dieser Zeit trug er zu einer Verbesserung der medizinischen und sanitären Bedingungen auf Kuba bei und wurde kurz vor Ende seiner Amtszeit auf Kuba zum Brigadegeneral der regulären Armee befördert. 

1902 übernahm Wood das Kommandeur der US-Divisionen auf den Philippinen sowie kurz darauf der Am- erikanischen Einheiten in Fernost. 1903 wurde er zum Generalmajor befördert und zugleich zum Gouver- neur der Provinz Moro ernannt. Dieses Amt hatte er bis 1906 inne. Während dieser war Generalmajor Wood unter anderem verantwortlich für einige blutige Feldzüge gegen Moslemrebellen, wie am 10. März 1906 beim Massaker am Moro-Krater.

Chef des Stabes der Armee

Leonard Wood

Major General Wood wurde 1910 durch den ein Jahr zuvor gewählten Prä- sidenten William Howard Taft zum Chief of Staff of the Army ernannt. Wo- od, der Taft während dessen Amtszeit als Generalgouverneur der Philip- pinen kennen gelernt hatte, blieb bis heute der einzige Sanitätsoffizier auf dem Posten des Chefs des Armeestabes.

Als solcher initiierte er einige militärische Programme wie den Vorgänger des „Trainingskorps der Reserveoffiziere“ sowie die „Bewegung zur Einsatzbereitschaft“, einer Kampagne für eine umfassende militärische Ausbildung und zur Einberufung in Kriegszeiten. Aus dieser ging kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges das militärische Einberufungs- und

Auswahlsystem hervor. Darüber hinaus gründete er das Generalstabskorps und entwickelte die Mobilität der Armee. Am 22. April 1914 wurde Wood als Chef des Armeestabes jedoch durch William W. Wother- spoon abgelöst, da er durch seine Politik der Mobilmachung im Gegensatz zur Neutralitätspolitik des US- Präsidenten Woodrow Wilson stand.

Erster Weltkrieg

Mit Beginn des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg am 6. April 1917 sollte Wood auf Bestrebungen der Republikanischen Partei zum Oberbefehlshaber an der Westfront ernannt werden. Diese Bestrebungen scheiterten jedoch am damaligen Kriegsminister Newton D. Baker, der General John J. Pershing auf dies- em Posten bevorzugte.Wood selbst wurde jedoch als Kommandeur mit der Bildung der 10. US-Infanterie- division und später der 89. US-Infanteriedivision ernannt.

Erfolglose Präsidentschaftskandidatur und Philippinen

Leonard Wood

Im Jahr 1920 bewarb sich Generalmajor Wood, der von 1919 bis 1921 Kom- mandeur des VI. US-Korps war, erfolglos um die Nominierung als Präsident- schaftskandidat der Republikanischen Partei. Gründe für seine Niederlage beim Konvent seiner Partei waren neben parteiinternen Rivalitäten, seine offensichtliche politische Unerfahrenheit sowie seine starke Unterstützung der antikommunistischen Kampagne des demokratischen Generalstaatsan- walts Alexander Mitchell Palmer.

Aus dem Nominierungskonvent ging schließlich der später gewählte Präsident Warren G. Harding hervor. Nach seinem Ausscheiden aus der Armee wurde er am 15. Oktober 1921 als Nachfolger von Charles Yeater Generalgouver- neur der Philippinen. In diesem Amt, das durch harsche und unpopuläre Entscheidungen gekennzeichnet war, verblieb er bis zu seinem Tod am 7. August 1927 in Boston. Generalmajor Wood wurde auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt. Link: wikipedia