Islam auf den Philippinen

Der Islam auf den Philippinen erreichte die südlichen Inseln erstmals Ende des 14. Jahrhunderts und breitete sich bis zum 16. Jahrhundert auf den ganzen Philippinen aus. Heute ist der Islam hauptsächlich auf Min- danao und dem Sulu-Archipel verbreitet. Etwa 4 Millionen Filipinos sind Muslime. Händler und moslemische Missionare aus Malaysia und Indo- nesien brachten den Islam auf die Philippinen. Die Islami- sierung der Inseln ist auf die Macht des damaligen moslemischen Indien zurückzu- führen.
1380 gelangte der Araber Sarif Maqdum als islamischer Missionar nach Mindanao. Er bereitete den Weg für Raja Baginda, der die Jolo Inseln zusammen mit malaiischen Siedlern in Besitz nahm. Weitere malaii- sche Eroberer folgten, die im südlichen Mindanao muslimische Sultanate gründeten und damit die Islami- sierung vorantrieben, die jedoch die alten Bräuche der Einheimischen weitgehend tolerierte. Einer von ihnen, Shariff Mohammed Kabungsuwan von Johor, ein Mitglied des Königshaus von Malakka, drang Mitte des 15. Jahrhunderts in das Zentralland von Mindanao vor.
Er heiratete dort eine einheimische Prinzessin und gründete 1475 das Sultanat von Maguindanao. Hier begann er, den Islam auf seinem Herrschaftsgebiet und in dessen Umkreis zu verbreiten. In dieser Zeit wurde auch Manila als Festung an der Mündung des Pasig-Flusses durch den malaiischen Moslem Raja Sulayman gegründet. Er stammt aus Brunei, wo er Raja Muda genannt wurde, und war der Schwieger- sohn des damals herrschenden Sultans von Brunei Abdul Kahar.
Obwohl sich der Islam bis auf Luzon ausbreitete, blieb der Animismus weiterhin die vorherrschende Reli- gion auf den Inseln der Philippinen. Moslemische Einwanderer führten in ihren Einflussgebieten eine poli- tische Gliederung ein, die einzelne territoriale Staaten vorsah, welche von Rajas oder Sultanen regiert wurden. Diese obersten Führer wurden wiederum über die Datus gestellt. Doch weder die Konzeption einzelner politischer Staaten, noch die Strategie einer begrenzten Gebietsverteilung wie bei den sess- haften Bauern von Luzon konnte sich über die Region hinaus verbreiten, in der sie sich etabliert hatte.

Als die Spanier im 16. Jahrhundert die Inseln erreichten, lebte die Mehr- heit der schätzungsweise 500.000 Bewohner in Siedlungen, die der Kate- gorie eines Baranggays entsprach. Im Süden der Philippinen war der Is- lam zum Zeitpunkt der Ankunft der Spanier bereits tiefer verwurzelt, so dass die dortigen Moslems, von den Spaniern Moros genannt, von diesen nie völlig unterworfen werden konnten. Die Spanier schätzten 1625,dass etwa 100.000 Moros auf Mindanao lebten (etwa 12 % der Gesamtbevöl- kerung). Auch die Berg- stämme im Norden Luzons, Igorots genannt, widersetzten sich der Christianisierung.
In den 1950er-Jahren wurde die systematische Einwanderung christlicher Siedler nach Mindanao durch die philippinische Zentralregierung in Manila gefördert. Die muslimischen Einwohner wurden damit in ihr- en angestammten Gebieten zur Minderheit. (Siehe: Konflikt auf den Südphilippinen) Religionszugehörig- keit laut der Volkszählung im Jahr 2000 sind 5 % der Bevölkerung Muslime. Verglichen mit den anderen Landesteilen ist der Anteil an Moslems unter der Bevölkerung auf Mindanao besonders hoch (knapp ein Drittel muslimisch). Einzig auf den Sulu-Inseln stellen Muslime mit über 85 % die Mehrheit der Einwohn- er. Link: wikipedia
