In Agung-Ensembles

Agung-Ensembles

Eine Hauptrolle spielt das Agung natürlich innerhalb von Agung-Orchestern, die aus größeren auf- bzw. abgehängten oder gehaltenen und mit Buckeln bzw. Höckern versehenen Gongs bestehen. Diese liefern brummende Töne, ohne dass sie von einem melodischen Instrument wie dem Kulintang begleitet wer- den. Solche Orchester sind vorwiegend unter den Lumad-Gruppen auf Minda- nao (den Bagobo, Bilaan, Bukidnon, Hanunoo, den Magsaka, Manabo, Mang- yan, Palawan, Subanun, T’boli, Tagakaolu, Tagbanua und den Tiruray zu find- en.

Weiterhin begegnet man ihnen in den Regionen auf der Insel Borneo in Indo- nesien und Malaysia (bei den Iban,den Modang, den Murut,den Bidayuh,den Kadazan-Dusun und den Kayan). Unter diesen Volksgrupp- en erhalten Agung-Orchester den Vorzug gegenüber Kulintang-ähnlichen Ensembles.Die Zusamm- enstellung und der Klang dieser Orchester variieren dabei zwischen den ein- zelnen Gruppen deutlich. So besitzt die Volksgruppe der Hanunoo auf Mindoro kleine Agung-Ensembles, die lediglich aus zwei leichten Gongs bestehen und von zwei Musikern auf dem Boden gespielt werden, wobei sie einen einfachen Doppelrhythmus vortragen.

Dagegen haben die Manobo ein Ensemble, das sich aus bis zu 10 kleinen Agungs zusammensetzt und den Namen Ahong trägt. Diese hängen vertikal in einer Dreiecksformation an einem Rahmen und werden von drei Musikern bespielt. Einer agiert dabei stehend,während die anderen beiden vor dem Instrument sitz- en. Das Ahong ist entsprechend seiner Bestimmungen aufgeteilt. Die höher klingenden Gongs tragen die Melodie und werden als Kaantuhan bezeichnet, drei bis vier tiefer klingende Gongs nennt man Gandingan und sie bilden das melodische Ostinato, während die am tiefsten klingenden Instrumente das Tempo be- stimmen und Bandil genannt werden. Die Tiruray bezeichnen ihre Agung-Ensemble als Kelo-Agung-, Ka- latong- oder Karatung-Ensemble. Dieses bestehen aus fünf flach gebuckelten Gongs von abgestuften Ab- messungen, bei denen jeder von jeweils einer Person bespielt wird. Dabei stellt der kleinste Gong, Sega- ron, das Führungsinstrument dar, das einen stetigen Schlagrhythmus liefert.

Agung_Ensembles

Das Sagabong-Ensemble der Manobo folgt dem gleichen Format und besteht aus fünf kleinen Gongs, die jeweils einzeln von einem Spieler gehalten wer- den,wobei diese ein besonders ineinander greifendes Muster spielen,bei welch- em sie Klöppel aus Gummi verwenden. Die T’boli und Palawan besitzen gleich- artige Agung-Ensembles, wobei sie bei den T’boli aus drei bis vier Agungs be- stehen. Dabei werden zwei oder drei von ihnen kollektiv als Semagi bezeich- net, da sie für die Permutation verantwortlich sind.

Das letzte Agung, der Tang, liefert dagegen nur noch einen stetigen Schlag- rhythmus. Bei den Palawan nennt man die Gong-Musikgruppen hingegen Ba- sal. Diese bestehen aus vier Gongs,ein bis zwei mit ein- em großen Buckel ausgestattete, tief klingende Agungs und ein Paar mit kleinen Buckel verseh- ene, höher klingende Sanangs, die für einen „metallischen“ Klang sorgen. Die

Subanon besitzen ebenfalls ein Agung-Ensemble, das dem Karatung der Tiruray gleicht und welches sie als Gagung sua bezeichnen.

Sowohl die Bagabo als auch die B’laan belegen ihre Form des Agung-Ensemble mit dem Namen Tagung- go. Dieses setzt sich aus einem Satz von acht Metallgongs zusammen, die an einem Harnisch hängen und von zwei,drei oder mehr Leuten bespielt werden. Sieben der kleinen Gongs produzieren eine laufende Me- lodie, wobei der achte, größere Gong die Synkope zu den restlichen Gongs bildet und einen unabhängigen Rhythmus liefert.

Das Agung-Ensemble der Manabo gleicht dem eben beschriebenen Tagunggo, besitzt unter dieser Volks- gruppe jedoch die Bezeichnung Tagungguan. An der westlichen Küste von Sabah kennen die Kadazan - Dusan ihre Agung-Ensemble unter den Namen Tawag oder Bandil. Bei Gruppen, die entlang der Küste leben, setzen sich diese aus sechs bis sieben großen Gongs zusammen, bei Gruppen, die in den Ebenen im Landesinneren wohnen, vereint es jedoch 7–8 große Gongs.

Agung

Im Südwesten des malaiischen Bundesstaates Sarawak finden sich unter den Bidayuh Agung-Gruppen, die aus neun großen Gongs bestehen, welche in vier Gruppen eingeteilt sind, Taway, Puum, Bandil und Sanang. Im Vergleich dazu bestehen die Agung-Ensembles bei den Ibans aus Sawarak, auf Kalimantan in der Brunei, wiederum aus weniger Gongs. Solche Ensembles spielen entweder alleine oder sie werden von einer oder zwei begleitenden Trommeln unterstützt, wobei zu deren Spiel zum einen die Hand,zum anderen ein Holzstab verwendet wird und man die Gongs homophonisch in einer ineinander greifenden Technik begleitet. Diese Agung-Orchester sind normalerweise als Untermalung bei jeder Art von sozialen Feierlichkeiten anzutreffen. Dies gilt für landwirtschaftliche Bräuche, für Hochzeiten, für gemeinschaftliche Erntefeste, Siegesfeierlichkeiten, Genesungsriten, Begräbnisrituale oder sie dienen alleine der Unterhaltung von Gästen. Link: wikipedia