Musikalische Anwendung

Kulintang Ensemble
Das Agung wird bei den Gemeinschaften der Maguindanao und der Maranao hauptsächlich als ein unterstützendes bzw. begleitendes Instrument eines konventionellen Kulintang-Esembles angesehen. Durch die Erzeugung von Grundmustern und ineinander greifenden Rhythmen wird das Agung von dem Spieler genutzt, um die durch das Kulintang vorgegebene Melodie zu vervollständigen. Die von den Spielern üblicherweise verwendeten Muster sind dabei als weitaus freier anzusehen, als sie es bei den anderen Begleit- instrumenten des Kulintang, dem Babendil (ein kleiner Gong) oder dem Dabakan (Trommelinstrument) sind. Die Spieler können die Muster selbst- ständig variieren, solange sie sie angeglichen und bestärkend präsentieren, wodurch sie den Rhythmus des Stückes entwickeln und stützen. Die Länge der Muster selbst können verändernd gehalten werden, abhängig davon, wie sie in die musikalische Improvisation hineinpassen.
Für den Musiker sind dabei schnelle Stilrichtungen hilfreich, da sie es ihm erlauben, seine Spielküste zu verdeutlichen und anschaulich zu machen. Unter beiden, den Maguindanao und den Maranao, wird das Agung als eine männliche Verkörperung angesehen, weswegen das Agung traditionell als ein maskulines Instrument betrachtet wird. Um als guter Spieler anerkannt zu werden, muss man einerseits Stärke ver- körpern, sowie andererseits Stamina (fehlerfreies Spielen unter einem extrem hohen Tempo) beherrschen und ausdauerndes Auftreten besitzen. Die Spieler müssen weiterhin fähig sein, bei verschiedenen Spiel- mustern ihre Improvisationsfähigkeiten zu demonstrieren, damit das Publikum die gespielten Muster nicht als sich wiederholend und damit als banal betrachtet. Aufgrund der hohen Fertigkeiten, die das Spielen des Agung erfordert, ist es nicht ungewöhnlich, dass die Spieler während ihrer Darbietung eine freund- schaftlichen Rivalität an den Tag legen, wobei sie mit Tricks versuchen, den jeweils anderen in dessen Spiel an seine Grenzen zu bringen.
Werden zum Beispiel die Ausführungen des P’nanggisa (der Gong für den Grundrhythmus) derart schwer fassbar, dass das P’malsan (der Gong für die Ausschmückung) es schwer hat, dessen Spiel zu ornamen- tieren oder umgekehrt, die Ausschmückungen des P’malsan sind so verschlungen, dass sie von der Dar- bietung des P’nanggisa kaum mehr zu erreichen sind, so kann ein Spieler in die Verlegenheit geraten, nicht fortfahren zu können, was ihn zum Ziel des Spottes werden lassen kann. Gewöhnlich tauschen die Spieler nach jedem Stück die Plätze, aber unter diesen Umständen, wenn ein Spieler den gerade gespielt- en Teil nicht mehr zu handhaben vermag, kann es durchaus vorkommen, dass die Spieler an ihrem Gong verbleiben oder bereits während der Darbietung den Platz wechseln. Es ist zudem möglich, dass die Ak- teure nach zwei Stücken den Platz mit dem Dabakan-Spieler tauschen. Obwohl die Spieler sich in einem Wettbewerb befinden, verstehen sie sich zusammen als eine einzige Einheit, bei der die Melodie eng be- gleitet wird und bei der verschiedenen Variationen dargeboten werden, ohne das hierbei das Grundmuster der Musik zerstört wird. Link: wikipedia
