Signalisierender und übernatürlicher Charakter

Kulintang Agung - Signalisierender und übernatürlicher Charakter

Unabhängig von seinem Einsatz in einem Kulintang-Ensemble ist un- ter den Maguindanao und den Maranao für das Agung eine weitere Verwendung verbreitet. Das Agung dient bei diesen Volksgruppen als Warnsignal bei drohender Gefahr, es gibt die Tageszeit an oder wird bei weiteren wichtigen Anlässe eingesetzt. So wurde das Agung in früherer Zeit vom Sultan wiederholt geschlagen, um die Ansetzung eines Treffens anzukündigen. Ebenso schlug man es während des Fastenmonats Ramadan einerseits um drei Uhr morgens, um das Zeichen zum Essen zu geben oder es signalisierte für diesen Tag bei

Sonnenuntergang das Ende des Fastens. Wahrscheinlich aufgrund des tiefen und lauten Tons, das das Agung von sich gibt, glaubten die Menschen zudem, dass es übernatürliche Kräfte in sich bergen würde. So wird es zum Beispiel von einheimischen Maguindanao während eines Erdbebens in einem schnellen und lauten Rhythmus, genannt Baru-Baru, geschlagen, weil man annimmt, seine Vibrationen könnten die Erdstöße verringern oder gar aufhalten.

Ursprung

Die Lehrmeinungen sind sich weitgehend einig, dass der Ursprung des Agung in Indonesien zu suchen ist, da das Wort Agung/Agong sich von dem malaiischen Wort Agong und dem indonesischen Wort Ageng ab- leitet. Unterstützende Zeugnisse hierzu kommen von einem britischen Entdecker, Thomas Forrest, der schrieb, die Filipinos wären „vernarrt in musikalische Gongs, die von Cheribon auf Java her stammen und runde Buckel besäßen". “Das Kulintang gehört zu einer größeren Familie, respektive einem Kollektiv einer „Glockenspiel Kultur, die sich vor allem in Südostasien verbreitet hat. Zusammenfassend kann man die verschiedenen traditionellen Gruppen, die mit Gonginstrumenten musizieren, geographisch in drei Haupt- gruppierungen einordnen. Neben dem Kulintang sind hierbei der Gamelan des westlichen Indonesiens zu nennen, sowie das Pi Phat aus Thailand, Burma, Kambodscha und Laos, die allesamt ihre Gongs weder von Blas- noch von Saiteninstrumente begleiten lassen. 

Kulintang Agung - Ursprung

Wie die beiden anderen wird die Kulintangmusik hauptsächlich in einem Orchester gespielt und besteht aus verschiedenen rhythmischen Anteilen, die einander ange- reiht vorgetragen werden. Die Musik basiert auf Pentatonik, einer Tonleiter, die nicht aus 7 sondern lediglich aus 5 Tönen besteht. Trotzdem unterscheidet sich die Kulintangmusik in vielen Aspekten von der Gamelanmusik, wie zum Beispiel sehr maßgebend durch die Art, wie sich die Melodien aufbauen. Bei dem Gamelan be- wegt sich die Musik innerhalb eines Rahmens von stützenden Tönen und es fordert für das Einsetzen jedes Instrumentes vorgeschriebene Zeitintervalle. Der musika- lische Rahmen der Kulintangmusik gestaltet sich dagegen weitaus flexibler, besitzt keinerlei einsetzende Intervalle und spricht der Improvisation eine vorherrschende Bedeutung zu. Da derlei Kulintang-ähnliche Ensembles in verschiedenartigen Zu- sammenstellungen und in unterschiedlichen Sprachen existieren, findet sich eine weite Variation an Begriffen für diesen waagerecht aufgebauten Satz von Gongs.

Alleine der Ursprungsbegriff Kulintang ist ebenso unter den Namen Kolintang, Kolintan,Kulintangan, Kwin- tangan, K’lintang oder Gong Sembilan, Gong Duablas, Momo, Totobuang, Nekara,  Engkromong, Krom- ong/Enkromong und als Kakula/Kakula nuada anzutreffen. Kulintang-artige Instrumente werden von den Maguindanao, den Maranao, den Illanun, den Kalagan, den Kalibugan und neuerdings von den T'boli , den B‘Laan und den Subanao aus Mindanao gespielt, von den Tausūg, den Samal, den Sama/Badjao, den Ya- kan und den Sangir/Sangil aus Sulu, von den Bewohnern von Ambon, den Banda-Inseln, auf Seram, auf Ternate, auf Tidore und von den Kei aus Maluku, von den Bajau, den Suluk, den Murut, den Kadazan-Dusan, den Kadayah sowie den Paitanic-Völkern von Sabah, wie auch von den Malaien von Brunei, den Bidayuh und den Iban/Sea Dayaks von Sarawak, den Bolaang Mongondow und den Kailinese/Toli-Toli aus Sulawesi und von anderen Gruppen in Banjermasin und Tanjung auf Kalimantan und Timor.

Gleichartige Agung-Instrumente

Auf dem Sulu-Archipel werden innerhalb von Kulintang-Orchestern keine zwei,sondern drei,aber schwach tönende Agungs verwendet, die hier als Begleitinstrumente dienen. Bei den Tausug, den Samal und den Yakan werden sie als eine brummende Untermalung in musikalischen Gruppen genutzt. Bei den Tausug und den Samal werden die größten Agungs, die mit einem weiten nach innen gedrehten Rand ausgestatt- et sind,als Tunggalan oder Tamak bezeichnet. Sie geben langsame, regelmäßige Takte ab und sind in ihr- er Funktion mit dem Pangandungan der Maguindanaon und dem P’nanggisa-an der Maranao verwandt. Für die Synkope zu den Tunggalan oder Tamak ist ein schmäleres Paar Agungs zuständig, die Duahan. Diese werden unterschieden in ein weitrandiges Duahan, dem Pulakan, und ein schmäleres, das unter den Tausug als Huhugan oder Buahan und bei den Samal als Bua bekannt ist. Link: wikipedia

Kulintang Agung - Gruppe