Schonender Fischfang

Die Fangmethoden vieler philippinischer Fischer waren brachial, mit Dynamit bombten sie ihre Fischgründe regelrecht leer. Deutsche Hilfe brachte ein Um- denken, schonende Fangmethoden vermitteln eine neue Perspektive.
Die Inselwelt der Philippinen – ein Paradies, so scheint es. Bartolome und Jose erzählen von früher, als sie noch mit Dynamit gefischt haben. Das hatte Fol- gen:
Nicht nur, dass Jose einen Arm verlor.
Es gibt immer weniger Fische im Meer.Seit die Fischerei sich nicht mehr lohnt, macht sich Langeweile in den Dörfern breit, denn andere Einkommen fehlen. Sie hoffen auf bessere Zeiten, hoffen, das vielleicht einmal ein großer Fisch ins Netz geht.
Armut und Unterentwicklung bringen es mit sich: Die Menschen plündern auf der Suche nach Brennholz die Mangrovenwälder. Doch damit stirbt die Kinderstube der Fische und anderer Meerestiere im Wechsel von Ebbe und Flut. Von den Korallen, ebenfalls wichtig für die Jungfische, blieben nur tote Reste.
Höchste Zeit zum Umdenken. Hin zu einer nachhaltigen Fischerei mit festgelegten Quoten, schonenden Fanggeräten und Kontrollen. Dazu ist Kapitän Domingo Legalik unterwegs. Er kennt die Sorgen und Nöte der Fischer.

O-Ton: Domingo Legalic, Fischerei-Aufsicht
"Die Fischer standen vor dem Ruin. Deshalb haben wir mit Hilfe unserer Regierung und mit technischer Zusammen- arbeit der GTZ in Deutschland dieses Projekt begonnen. Mit dem Ziel, die Fischgründe zu schützen und gleichzeitig den Fischern eine Perspektive zu geben."
Der Fischer Carino hat gerade einen Kalmar, einen Tinten- fisch, gefangen. Mit dem Haken an der langen Leine. Diese selektive Fangmethode schont den Bestand.Anders bei Net zen, in denen alles landet. Selbst kleine Fische.
Wie er ihn gefangen hat, will Domingo wissen. 'Mit diesem Haken aus 250 Metern Tiefe.' Carino ist glück- lich. Der Kalmar bringt ihm umgerechnet acht Euro. Gott sei Dank! Der Erfolg lockt andere.
Dann reden Domingo und Carino über die Schutzgebiete entlang der Küste. Dort, wo der Fischfang nicht erlaubt ist, damit der Bestand sich erholen kann.
So haben sich mittlerweile auch die Erträge verbessert – es gibt wieder größere Fische und andere Meer- estiere. Beispielsweise Kalmare.

O-Ton: Carino B. Lapac, Fischer
"Das Projekt hat uns geholfen. Wir fangen nur soviel, wie im Meer von Natur aus wieder nachwächst.Das ist das Ge- heimrezept für den Erfolg.Dabei ist es erstaunlich zu seh- en, wie schnell sich die Fischbestände erholt haben".
Hoffnung und Zuversicht in den Dörfern, auch durch an- dere Einkommen schaffende Maßnahmen: Fernando setzt Mangroven-Sprösslinge. Seit der 70-jährige für das Fisch- en zu schwach ist, kümmert er sich um die Mangroven. Sie sind ein wichtiger Biotop für junge Fische und viele
andere Meerestiere. Auch das ist Teil der deutsch-philippinischen Projektarbeit. Ebenso wie die Zucht von Seealgen, als Zusatzstoff für Lebensmittel, Kosmetik- und Pharmaprodukte sehr begehrt.
Der Fischer Roberto verkauft das Kilo für umgerechnet 50 Eurocent. Ein zusätzliches Einkommen für die Familie, das Roberto von der Fischerei unabhängiger macht. Das Fischangebot wächst. Sichtbares Zeichen für ein sinnvolles Nutzen der natürlichen Ressourcen. Ohne sie zu zerstören. Die Hausfrau Fe kocht das Abendessen. In der Pfanne der Kopf des Tintenfisches, den ihr Mann Carino heute gefangen hat. Alles an- dere haben sie verkauft. So werden sie satt und haben noch etwas Bargeld übrig. Morgen früh,vor Sonn- enaufgang, wird Carino wieder hinausfahren und fischen. Und hofft auf neues Glück ! Link: MDR Fernsehen
