Philippinen Gräben

Das Zusammendriften der Sundaland-Platte im Westen der Philippinen und der Philippinen-Platte im Ost- en sind ein beeinflussender Faktor, wenn es um die Prozesse oder gar die Entstehungsbedingungen auf den Philippinen geht. Basierend aufgrund Seismischer Aktivität und Vulkanismus kann man die Philippinen in einen seismisch-aktiven „mobile Belt“ und einen seismisch-inaktiven Palwan belt“ teilen.

Die Philippinen sind begrenzt durch den im Osten liegenden, westwärts driftenden Luzon- Philippinengrab- en, an dem die philippinische Platte unter die Eurasische subduziert wird, und die im Westen liegenden, nach Osten driftenden Mindanao-, Cotabato-, Sulu- und Negrosgraben.

Die enorme Spannung, die durch das aufeinanderdriften der beiden Platten verursacht wird, äußert sich in der „Philippine fault“, einer Störungszone, die sich fast über das komplette philippinische Archipel zieht. Grundsätzlich kann man den Philippinen 5 Grabenstrukturen zuordnen: den Manilagraben im Westen und die Ost-Luzon Verwerfung im Osten Luzons (geologisch dem Philippinengraben zugehörig), den Negros- den Sulu- und den Cotabatograben, sowie den Philippinengraben, der sich fast vor der kompletten Ost- küste erstreckt.

Manilagraben

Innerhalb des Südchinesischen Meeres befindet sich im Westen vor dem philippinischen Festland der Ma- nila-Graben. Er stellt eine aktive Subduktionszone dar,bei der die östlich gelegene Eurasische Platte un- ter die westliche Philippinen Platte subduziert wird.

Er kann an einzelnen Stellen eine Tiefe von über 6000 m aufweisen und gehört damit zu den tiefsten Grä- ben der Welt. Einhergehend mit der Bewegung der Platten kommt es vereinzelt zu Erdbeben und Vulkan- ismus an der Westseite Luzons (Mt. Pinatubo). Er verläuft recht gerade von Nord nach Süd.

Die durchschnittliche Konvergenzrate beträgt hier zwischen 10 und 20 mm/a. Der Manilagraben ist seit dem frühen Miozän aktiv und bildet seitdem den Luzon-Arc“ der auf dem Festland Luzons in den Gebirg- en der Kordilleren und der Sierra Madre seine Ausprägung findet. Neben den beiden inaktiven Sulu- und Cotabato-Graben, kann man zu dem System des Manilagrabens noch den aktiven Negrosgraben zählen, der vor Panay und Negros ebenso wie der Manilagraben nach Osten driftet.

Philippinengraben

Wie oben angesprochen befindet sich innerhalb der Philippinischen See neben dem gewaltigen Marianen- graben der Philippinengraben, der mit einer Tiefe von 10.540 m (Galatheatiefe) vor der Küste Mindanaos, bis in die 70er Jahre als der tiefste Graben der Welt galt. Er ist in einer Tiefe 6000 m lang und besitzt eine Breite von 35 km.

Er erstreckt sich von der südostküste Luzons bis zur indonesischen Molukkeninsel Halmahera und wird von den Amerikanern auch Mindanaograben genannt, weil er vor der Südinsel der Philippinen am tiefsten ist (American Association of Petroleum geologists).

Am Philippinengraben wird die zwar weniger mächtige, aber spezifisch schwerere ozeanische Platte (da aus basaltischem Material besetehend) unter die ebenfalls ozeanische (Eurasische), aber spezifisch leicht- ere (da aus granitischem Material bestehend) und wird in der Tiefe aufgeschmolzen. 

Die dabei frei werdende Energie tritt an anderer Stelle durch Vulkanismus oder seismische Aktivität wied- er zutage. Bereits im Jahre 1927 lieferte das deutsche Erkundungsschiff „Emden“ erste Hinweise über ei- ne gewaltige Tiefe in der Region; das US- Schiff „Cape Johnson“ maß 1945 eine Tiefe von 10497 Metern.

1951 wurde vom dänischen Forschungsschiff „Galathea“ mittels eines Echolots eine Tiefe von 10540 er- mittelt, die seitdem diesen Namen trägt. Innerhalb des Philippinengrabens befindet sich eine der weltweit größten Lagerstätten von Deuterium, sogenanntem „schwerem Wasserstoff“, ist ein Isotop des Wasser- stoffs, der in der Natur nur recht selten vorkommt (Anteil an Deuterium in „normalem“ Wasserstoff be- trägt 0.015 %).

Dieses Isotop kann man mit Hilfe eines anderen Wasserstoffisotops als umweltfreundlicher Brennstoff verwendet werden und ist daher vor allem in der heutigen Zeit als sehr wertvoll anzusehen. Leider scheit- erte es bisher an technischen und finanziellen Möglichkeiten das vorhandene Deuterium abzubauen. Die durchscnittliche Bewegungsrate des Philippinengrabens beträgt im südlichen Teil 9 cm/a und im nördlich- en Bereich der Luzon-Verwerfung ca. 7 cm/a, was auf Dauer zu einer Verschiebung des philippinischen Archipels führen wird.

Philippinen Gräben - Zusammenfassung und Ausblick

Insgesamt kann man sagen, dass das Element Wasser auf den Philippinen nicht zuletzt aufgrund der In- sularen Struktur eine wichtige Rolle spielt. Können sich zwar die Flüsse mit Längen bis zu 350 km noch lange nicht in die Reihe der größten Flüsse einreihen, so stellen sie doch bedeutende wirtschaftliche und Existenzielle Grundlagen für die Filipinos dar.

Trotz des sowohl geologischen, als auch klimatologischen Risikogebietes, das sich neben Taifunen und Vulkanausbrüchen auch in Tsunamis oder gewaltigen Erdbeben äußern kann und nicht zuletzt im Novem- ber 2007 für verheerende Stürme sorgte, siedelten sich in der Vergangenheit eine ganze Menge Mensch- en auf den Philippinen an und weisen heute mit einer Becölkerungsdichte von 298 Menschen /km2 eine höhere Konzentration auf als die Bundesrepublik Deutschland mit 231 Menschen /km2. An diesem Punkt möchten wir mit unserer Exkursionsgruppe ansetzen und den Menschen durch gezielte Unterstützung direkt vor Ort zur Hilfe kommen. Link: staff.uni-mainz