Schlacht in der Philippinensee

Die Schlacht in der Philippinensee war eine Seeschlacht zwischen der US-Marine und der Kaiserlichen Japanischen Marine während des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg. Sie fand am 19. und 20. Juni 1944 bei den Marianeninseln statt.

Schlacht in der Philippinensee - Ausgangslage

Nachdem sich nach der Schlacht um Midway die Wende im Pazifikkrieg abzeichnete, entwickelten führen- de US-Militärs die Taktik des so genannten Inselspringens. Da bereits die Salomon-Inseln und die Gilbert- inseln sowie die Marshallinseln und Neu-Guinea mit dieser Taktik zurückerobert werden konnten, be- schloss man, an dieser Art der Kriegführung festzuhalten.

Als nächstes sollten nun die Marianeninseln unter Kontrolle gebracht werden, da diese in einer für pazifi- sche Verhältnisse geringen Entfernung von etwa 2.400 Kilometern vor dem japanischen Festland lagen. Diese Entfernung entsprach der Reichweite der US-amerikanischen B-29-Bomber.

Flugplätze auf den Marianen Inseln würden eine effektive Bombardierung der japanischen Hauptinseln möglich machen. Mit Basen auf den Marianen könnte außerdem ein erster Keil zwischen dem japanischen Mutterland und den wichtigen Rohstoffgebieten in Indonesien getrieben werden.

Auch als Nordflanke für die Rückeroberung der Philippinen war die Inselgruppe von großer strategischer Bedeutung. Nach den anhaltenden Verlusten der Japaner in den vorausgegangenen Schlachten entschied im September 1943 das Hauptquartier der japanischen Marine unter Nagano Osami eine neue Offensive zu starten,weil in den vergangenen Jahren auf Kiel gelegte neue Flugzeugträger und Schlachtschiffe ein- satzbereit waren.

Man sah nun eine Chance, das Kräfteverhältnis zwischen den japanischen und US-amerikanischen Streit- kräften zugunsten Japans verändern zu können. Als die 5. US-Flotte unter Vizeadmiral Raymond A. Spru- ance am 15. Juni 1944 ihre Landungsoperation auf der Insel Saipan startete, setzten die Japaner unter dem Oberbefehl von Shimada Shigetarō den Plan A-Go in Kraft, der nahezu die gesamte zur Verfügung stehende Marine mobilisierte.

Bereits vor Kriegsbeginn hatten hochrangige Militärs einen Plan für einen Seekrieg gegen die USA aufge- stellt, der sich aber in der Folgezeit als unbrauchbar erwiesen hatte. Man diskutierte nun die Möglichkeit, in einer einzigen Entscheidungsschlacht den Feind vernichtend schlagen zu können.

Schlacht in der Philippinensee-Vorbereitungen

Am 13. Juni verließ die japanische Flotte den Hafen Tawi-Tawi südwestlich der Philippinen, und wurde bereits kurz darauf von einem U-Boot der USA entdeckt. Einen Tag später schlossen sich einige japani- sche Schlachtschiffe im Westen der Philippinensee der Flotte an, wurden jedoch schon vier Tage später in drei Verbände aufgeteilt.

Die Gruppe näherte sich der Insel Saipan, wo US-amerikanische Truppen ihre Landungsoperation begonn- en hatten.Währenddessen erlangten die USA einen entscheidenden Vorteil: Zum einen war es ihnen mög- lich, die japanischen Funksprüche zu entschlüsseln, so dass die weiteren Schritte der japanischen Trupp- en bekannt waren.Außerdem hatten kleine Teile der US-Armee begonnen,die Flugabwehr auf den Marian- en Inseln zu zerstören. Am 15. und 16. Juni unternahm eine US-Trägergruppe mit einigem Erfolg Angrif- fe gegen japanische Basen auf den nördlich gelegenen Inseln Iwo Jima und Chichi Jima.

Diese Stützpunkte waren damit für einige Zeit ausgeschaltet und fielen als Bedrohung für die weiteren Operationen aus. Am Morgen des 18. Juni vereinigten sich die 4 US Trägergruppen zur Task Force 58 (Vizeadmiral Marc Andrew Mitscher) und liefen Richtung Südwest auf die Japaner zu. Ihre Hauptaufgabe war die Sicherung der Landeoperationen auf Saipan. Man entschloss sich also erst einmal zur Defensive und überließ den Japanern die Initiative.

Schlacht in der Philippinensee - 19. Juni

Am Morgen des 19. Juni, gegen 5:30 Uhr, machten sich erste Bomber und Jagdflugzeuge der US-Luft- waffe auf den Weg, etwa gleichzeitig auch die Flugzeuge der Japaner. Die japanischen Piloten hatten die Aufgabe, die Flotte der US-Marine zu zerstören, während die Bomber der USA versuchten, die Landflug- plätze auf den Marianen zu vernichten, die japanischen Schiffe befanden sich aufgrund der Windverhält- nisse und der höheren Reichweite der leichtgebauten japanischen Maschinen außer Reichweite. Die japan- ische Luftwaffe griff danach die US-Flotte und in Luftschlachten über Guam und Rota die US-Luftwaffe an. Dieser Tag ging in die Geschichte ein als das Große Marianen-Truthahnschießen. Die Japaner erlebten ein Desaster und verloren 330 ihrer 430 Trägerflugzeuge, insgesamt etwa 450. Nur 30 US-amerikanische Maschinen gingen verloren.

Vier US-Schiffe wurden leicht beschädigt, auf dem Schlachtschiff USS South Dakota starben 27 Matrosen, es blieb aber voll einsatzfähig. Damit war die Seeschlacht bereits entschieden, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Die Japaner in ihren veralteten, leichten und schlecht gepanzerten Flugzeugen wurden von einem beinahe undurchdringlichen Flakvorhang empfangen. Wer dieses Inferno überstand, der wurde zur leichten Beute der schweren und schnellen US-amerikanischen Jagdflugzeuge.

Noch am selben Tag wurden die japanischen Träger Taihō und Shōkaku weiter südlich von U-Booten der US-Marine gesichtet und angegriffen. Die Taihō bekam einen Torpedotreffer nahe den Flugbenzintanks ab, der folgende Brand geriet außer Kontrolle, so dass sie gegen 17:30 Uhr explodierte und sank. Der Shokaku ging es nicht besser. Drei Torpedotreffer verursachten einen Brand,der schließlich die Munitions- bunker erreichte und das Schiff zerriss. Sie sank bereits um 15:00 Uhr.

Schlacht in der Philippinensee - 20. Juni

Die US-Amerikaner wollten nun ihren Sieg ausnutzen und gingen in der Nacht auf Westkurs,um die Jap- aner am Morgen anzugreifen. Sie fanden die japanische Flotte aber erst um 15:40 Uhr am Nachmittag. Trotzdem wurde ein Luftangriff befohlen, wohl wissend, dass die Flugzeuge danach die Träger erst bei Dunkelheit wieder erreichen konnten. Die Japaner konnten nur noch etwa 35 Flugzeuge zur Abwehr in die Luft bringen, die US-Marine attackierte aber mit 216 Maschinen.

Der Träger Hiyō wurde versenkt, mindestens ein weiterer Träger (Zuikaku) und ein Schlachtschiff beschä- digt und zwei Tanker so schwer, dass sie später verlassen werden mussten. Auch 80 US-Flugzeuge ging- en verloren, die meisten, als sie versuchten, bei Nacht auf den Trägern zu landen. Viele haben es wegen des Risikos, am Träger zu zerschellen, gar nicht versucht und sind neben den Schiffen auf dem Wasser notgelandet.

Insgesamt lagen die Verluste bei 49 Mann der Flugzeugbesatzungen. Eine weitere Verfolgung der Japaner wurde von Spruance abgelehnt, weil es mit einem Aufsplitten seiner Flotte verbunden gewesen wäre. Der Schutz der Landung auf Saipan hatte Priorität.Damit war die Schlacht beendet und die verbliebenen jap- anischen Träger und ihre Eskorte konnten entkommen.

Schlacht in der Philippinensee - Fazit und die Folgen

Die US-Marine war zahlenmäßig überlegen. Das erklärt aber nicht allein die katastrophalen Verluste der japanischen Streitkräfte, besonders der Flieger. Entscheidend waren der technische Vorsprung, den die US-Amerikaner inzwischen hatten,und ihre ungeheuren industriellen Kapazitäten. Sie statteten ihre Schif- fe mit einer schier unglaublichen Zahl an Flugabwehrgeschützen aus. Die leichten,kaum gepanzerten jap- anischen Flugzeuge waren diesem Inferno nicht mehr gewachsen.Die US-Marine ihrerseits hatte im zweit- en Halbjahr 1943 ihre Jäger Grumman F4F Wildcat komplett gegen Grumman F6F Hellcat ausgetauscht.

Diese waren schneller und besser gepanzert als die japanischen Jäger. Mit diesem Typ konnten die US Amerikaner endgültig die Luftherrschaft erringen. Marineoperationen sind aber ohne ausreichende Luft- unterstützung nicht durchführbar, dies sollte sich bald in steigenden japanischen Schiffsverlusten bemerk- bar machen. Der Großteil der kaiserlichen Marine konnte zwar entkommen, aber die Marianen waren nun isoliert und eingeschlossen von der US-Marine. Die Grundlage für die Einnahme der Inselgruppe wurde dadurch gelegt. Link: wikipedia