Philippinisches Land in Stammesbesitz weckt die Gier von Investoren Trotz fortschrittlichem Gesetz sind sich in Mindanao die Matigsalog ihres Territoriums nicht sicher
Seit zehn Jahren haben die Ureinwohner der Philippinen die Möglichkeit, kollektive Landtitel auf ihre Siedlungsgebiete einzufordern und ihre Territorien selbst zu ver- walten.
Dort, wo sie sich anschliessend auf Geschäfte mit Investoren einlassen, verschärfen sich gesellschaftliche Konflikte und die ohnehin prekäre Sicherheitslage. Die Philip- pinen sind das erste Land Südostasiens, welches seiner rund 11 Millionen zählenden indigenen Bevölkerung umfassende Rechte einräumt.
Durch die Indigenous Peoples? Rights Act (Ipra) können Gruppen von Ureinwohnern kollektive Landtitel auf Gebiete einfordern, die sie seit langer Zeit besiedelt und ge- nutzt haben.
Die Regelung von Landrechtsfragen, die seit je konfliktreich waren, hat Hoffnungen auf eine unmittelbar spürbare Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse geweckt.
Nach zehnjährigem Bestehen dieses in Asien einzigartigen und äusserst fortschritt- lichen Gesetzes, angesichts Hunderter von Landforderungen und einigen Dutzend vergebenen Landtiteln, wird dieses Jahr auf nationaler Ebene erste Bilanz gezogen.
Das grösste bisher anerkannte Territorium ist das der Matigsalog Manobo, einer rund 24 000 Personen umfassenden indigenen Gruppe auf der von Konflikten heimge- suchten Insel Mindanao.
Dort werden die indigenen Landeigentümer seit zwei Jahren von Investoren umworb- en, die viel versprechen, aber wenig halten. Einer von ihnen ist Charles W. Mosser, ein Amerikaner mit Schweizer Wurzeln. Link: zeit-fragen.ch
