New People's Army (NPA)
Die NPA oder New People's Army (auf Deutsch: Neue Volksarmee) ist eine revolutionäre kommu- nistische Gruppierung auf den Philippinen, die im Dezember 1969 gegründet wurde. Die NPA ist der militärische Flügel der Kommunistischen Partei der Philippinen oder CPP. Die Organisation hat schätz- ungsweise 10.000 Mitglieder, viel weniger als zur Zeit des Diktators Ferdinand Marcos, als sie 25.000 bis 30.000 Mitglieder hatte und in über 60 der 73 Provinzen des Landes vertreten war. Zu Marcos Zeit wurde NPA auch mit „Nice People Around“, „nette Leute von nebenan“ übersetzt.
Die NPA hat ihre Wurzeln in der ebenfalls kommunistischen Hukbalahap-Organisation, die ursprünglich als Guerilla-Organisation gegen die japanische Besatzung der Philippinen im Zweiten Weltkrieg begann und bis in die 1960er-Jahre gegen die philippinische Regierung weiterkämpfte. Danach wurde die NPA neu gegründet. Sie widmete sich einem revolutionären Landreformprogramm zur Senkung des Pacht- zinses und der Verbesserung der Lebensbedingungen durch Gesundheits- und Alphabetisierungspro- gramme.
Im April 2003 bezeichnete die USA die Gruppierung als eine ausländische Terrororganisation. Der Gründer der NPA José María Sison lebt in den Niederlanden im Exil, wo er noch immer die NPA sowie die CPP leiten soll. Der Organisation wird vorgeworfen, dass sie vielmehr eine Gruppe von Erpressern sei, statt einer revolutionären Gruppierung. Weiter soll sie auch Kontakte zu der islamistischen Gruppe Moro Islamic Liberation Front (MILF) haben.
Die NPA operiert hauptsächlich in ländlichen Gebieten, wo sie Erpressungen, Entführungen, Massaker und Ermordungen von Politikern zu verantworten hat sowie Angriffe auf das Militär, die Polizei und fallweise auf US-amerikanische Soldaten. Manchmal sind Polizisten aber selbst Mitglied der Vereinigung. 1984 spaltete sich aus der NPA die Alex Boncayao-Brigade (ABB) ab, eine Terrorgruppe, die ebenfalls mit Entführung, Erpressung und Auftragsmorden in Erscheinung tritt.
Im September 2006 sind in den Provinzen Leyte und Samar mehrere Massengräber entdeckt worden. In Inupakan wurden von über 100 Personen die Überreste ausgegraben, die in den 1980ern von der NPA bei Säuberungsaktionen hingerichtet wurden. Die Opfer wurden von der NPA verdächtigt, Spione zu sein.
Im folgenden eine Aufzählung der wichtigsten taktischen Offensiven der NPA von Dezember 2008 bis November 2009
22. Dezember 2008
Rote Kämpfer/innen der 21. Front in der Region Nordost Mindana (NEMR) eroberten 18 Feuerwaffen in gleichzeitigen Angriffen auf das Polizeihauptquartier in der Stadt Tubay, Angusan Sur und die San Roque Metal Inc. (SRMI).
Die beschlagnahmten Waffen bestanden aus zehn M16 Gewehren, drei Schrotflinten, drei Revolver vom Kaliber .38, zwei 9mm Pistolen, eine Kaliber .45 Pistole und ein Kaliber .22 Revolver. Die Guerillas erbeu- teten auch zwei Funkgeräte.
Ein Polizist wurde getötet und ein anderer verwundet, als sie Widerstand leisteten. Dabei wurden auch sechs schwere Maschinen der SRMI im Wert von Millionen Pesos als Strafe für die Zerstörung der Umwelt und die Lebensgrundlage der Lumads, Arbeiter/innen und Bevölkerung durch die Bergbautätigkeit des Konzerns abgefackelt.
3. Januar 2009
In Süd-Tagalog wurde der Feind überrascht, als Guerillas des Narciso Antazo Aramil Kommandos der NPA -Rizal den Truppen der 418. Mobilgrupper der Provinzpolizei (PPMG) nahe der Landeshauptstadt einen Hinterhalt legten.
Ein Polizist wurde getötet und ein weiterer verwundet, als das Patrouillenfahrzeug in Sitio Calumpit, Bar- angay Macabud, Rodriquez, Rizal mit CDEX-Sprengstoff angegriffen wurde. Die Guerillas gaben einem verletzten Polizisten erste Hilfe bevor er in ein Krankenhaus gebracht wurde. Die Roten Kämpfer/innen beschlagnahmten 12 Feuerwaffen von der Polizei, sechs M16 drei 9mm Pistolen und drei cal.45 Pistolen.
Drei Polizisten wurden gefangen genommen und nach 83 Tagen vom Volksgerichthof wieder frei gelassen und von einer Bewachungseinheit der NPA am 27. März Vertretern des Internationalen Roten Kreuzes , Senator Jamby Madrigal und Bischof Gabriel Reyes aus der Dözese Rizal übergeben.
22. Januar 2009
In Bicol erlitt der Feind 16 Verluste (acht Tote und acht Verwundete) bei einem Überfall von Kämpfer-/ innen des Nerissa San Juan Kommando auf die Philippinische Armee und eine CAFGU-Abteilung (= sog. Regionale Einheit der Zivilen Bewaffneten Kräfte) in Bartangay Poot, Pandan Town, Catundauanes.
31. Januar 2009
Zwanzig Soldaten des 53. Infanteriebataillons (53.IB) wurden bei einem Hinterhalt in Sitio Laknapan, Barangay Gibo, Siason, Zamboanga del Norte von der Front Feliciano der NPA in der West-Mindanao Region getötet.
15. Februar 2009
Ein Zug der Scout Rangers, die von vier us-amerikanischen Soldaten begleitet wurden führten gerade “Säuberungsaktionen” durch, als sie von Roten Kämpfer/innen des Celso Minguez Kommandos in Bar- angay Batang, Irosin town, Sorsogon aus dem Hinterhalt angegriffen wurde.
Die Scout Rangers hatten 12 Tote und acht Verwundete, als CDEX zur Explosion gebracht wurde. Die AFP und die us-amerikanischen Truppen waren gerade dabei, sich auf die us-amerikanisch philippinischen Freundschafts-Truppenübungen in Bicol vorzubereiten.
1. März 2009
In der North Central Mindanao Region (NCMR), wurden bei einem Hinterhalt der NPA in Sitio Tinopongan, Barangay Sta.Cruz, Quezon town, Bukidnon sechs Soldaten getötet und drei weitere verwundet. Unter den Toten war auch Oberstleutnant Ricardo Naguiat, Kommandant des 29th IB. Die NPA erbeutete vier M16s.
19. Mai 2009
Wieder in Bicol wurden elf Feuerwaffen (…) von den Roten Kämpfer/innen angeeignet, .als sie die in Barangay Lubigan, Jr., Sipocot town, Camarines Sur stationierte Abteilung der 22. IB angriffen. Am Höhepunkt der Schlacht mit Angehörigen der Philippinischen Armee und der CAFGU überrannten sie das Lager.
29. Mai 2009
In Eastern Visayas kamen acht weitere Hochleistungs-Feuerwaffen zum Arsenal der NPA in Nord-Samar, als sechs M16, ein M14, ein M203-Grantwerfer und Patronengurten von den Roten Kämpfer/innen des Rodante Urtal Kommando in Barangay Polangi, Catarman town, Nord-Samar von einer Abteilung der AFP erbeutet wurden.
9. August 2009
In der Süd-Mindanao Region (SMR), beschlagnahmten Mitglieder der Armando Dumandan Kommando der BHB bei einem fünf Minuten dauenden Überfall auf die Abteilung des 72nd IB in Barangay Napungas, As- uncion, Davao del Norte 15 Gewehre ohne einen einzigen Schuss abzufeuern. Sechs M14, acht Garands, ein M16 und die Funkausrüstung des Patrouillenstützpunkts wurden mitgenommen.
Es war leicht, die Abteilung zu übernehmen, als ein Hauptmann der Philippinischen Armee, der auch Kom- mandant der Abteilung in einem Nachbardorf ist, bei einem Kontrollpunkt der Roten Kämpfer/innen ge- fangen genommen wurde. Kein Soldat oder Paramiliär wurde verletzt, weil sie keinen Widerstand leiste- ten. Der Hauptmann wurde nach wenigen Wochen wieder freigelassen.
30. August 2009
In Eastern Visayas wurden zehn automatische Gewehre – vier M14, vier M16 und zwei Karabiner – von Roten Kämpfer/innen des Arnulfo Ortiz Kommando übernommen, als sie eine Abteilung der CAFGU in Sitio Cambabang, Barangay Cogon, Basey town, Samar angriffen.
2. November 2009
Ebenfalls in der Süd-Mindanao Region (SMR) konnten Rote Kämpfer/innen trotz spöttischer Bemerkungen des Feindes mit einer List in den Patrouillenstützpunkt des 72. IB in Sitio New Kapatagan, Barangay Ca- soon, Monkayo, Compostela Valley eindringen.
Die NPA Guerrillas konnten in die Nähe der Abteilung gelangen, weil sie Uniformen der Special Forces trugen. Als der Feind bemerkte, dass er von der 4. Pulang Bagani Kompanie des Merardo Arce Komando der NPA ausgetrickst wurde, war es zu spät.
Der Kommandant der Abteilung Korporal Dominador Alegre wurde rasch festgenommen und die CAFGU-Soldaten entwaffnet. Die NPA übernahm 18 Feuerwaffen, d.h.10 Garands, fünf Karabiner, zwei M16 und ein M14. Auch ein Funkgerät, Munition und Uniformen wurden beschlagnahmt. Korporal Alegre wurde gefangen genommen und nach weinigen Wochen wieder frei gelassen.
11. November 2009
Volksarmee-Guerillas in der Nordost-Mindanao Region (NEMR) erbeuteten bei einem Überfall auf das Gelände der Surigao Development Corporation (SUDECOR) 18 Feuerwaffen und entwaffneten die Mit- glieder der Special Civilian Armed Auxiliary (SCAA), die das große Holzfäller-Unternehmen bewachten.
Militär, Polizei und Paramilitär-Einheiten eilten zu Hilfe, wurden aber von der NPA auf dem Weg zu SUDECOR aus einem Hinterhalt angegriffen. Insgesamt wurden bei diesem Feuergefecht 20 Feinde getötet und fünf verwundet.
Taktische Offensiven im Dezember 2009
Bei einem Feuergefecht im Dezember wurden 14 Soldaten, darunter auch ein Offizier, getötet und mindestens 15 verletzt. Die Neue Volksarmee (NPA) erbeutete auch 17 Waffen und andere Militär- ausrüstung.
Dreizehn Feuerwaffen, darunter vier starke Gewehre wurden von den Roten Kämpfer/innen ohne einen einzigen Schuss abzufeuern bei einem Überfall auf die Station der Philippinischen Nationalpolizei in San Narciso, Quezon am 20. Dezember erbeutet. Die Polizei fiel darauf rein, als sich NPA Guerrillas als Sol- daten der Philippinischen Armee verkleideten. Die AFP hatte San Narciso gerade für “NPA-frei” erklärt.
In Davao Oriental, wurden zwei Mitglieder der Citizen Armed Force Geographical Unit (CAFGU) getötet und drei andere verwundet, als sie am 18. Dezember von Roten Kämpfer/innen der 15. Front in Barangay Sibajay, Boston angegriffen wurden. Die Militärkräfte waren gerade beim Mittagessen, als sie von Gueril- las, die in zwei Müllabfuhrfahrzeugen daherkamen, angegriffen wurden.
In Bicol wurden am 14. Dezember der Vizeleutnant Michael Angelo Quibuyen, Kommandant der Abteilung in Casay der 49th IB der Philippinischen Armee und ein weiterer Soldat bei einem Zusammenstoß mit dem Celso Minguez Kommando in Barangay Tigkiw, Gubat, Sorsogon getötet.
Die NPA-Einheit führte gerade ein Umgehungsmanöver durch, um einer großen Militäroperation zu ent- gehen, als sie mit den Faschistentruppen zusammenstieß. Weil es den Militärs so peinlich war, bedeckten sie ihre Gefallenen mit Planen und verbreiteten, es wären Rote Kämpfer/innen. Trotzdem kamen die Leute aus dem Dorf drauf, wer die Getöteten waren.
In Samar wurden zwei Angehörige der Philippinischen Armee getötet, als sie am 10. Dezember auf Rote Kämpfer/innen der NPA in Barangay Binanggaran, Calbiga stießen.
Am selben Tag wurde ein Funker des 82. IB Alpha Coy getötet, als seine Militäreinheit versuchte, einen NPA-Zug des Napoleon Tumagtang Kommando der NPA in Sitio Bayong, Barangay Manampunay, Leon, Iloilo anzugreifen.
Nach den neuesten Meldungen vom Kampffeld wurden nicht drei, sondern sieben Soldaten getötet, als Rote Kämpfer/innen des Conrado Heredia Kommando der NPA am 3. Dezember Angehörigen des 25. IB Alpha Coy in Sitio Paraiso, Diwalwal, Monkayo, Compostela Valley einen Hinterhalt legten.
In einer Stellungnahme berichtete der Sprecher des Kommando Genosse Roel Agustin II noch einmal von der Erbeutung eines Leichten Maschinengewehrs FM Minimi und zweier M16, einer Pistole Kaliber .45 und weiterer Militärausrüstung. Mindestens 12 Soldaten wurden verwundet. Ang Bayan hatte zuvor berichtet, dass vier Militärangehörige verletzt worden seien.
